Age of Empires III
Testbericht von Harald
Entwickler: Ensemble Studios
Herausgeber: MacSoft
System: Mac OS X*
Erschienen: Winter 2006 in Deutsch
Plattform: PPC / Intel*
Genre: Strategie / Wirtschaft
sonstige Kosten: keine
Kaufpreis: 45-50 ¤
Demo: Ja, Download now!
Freigabe: ab 12 Jahren, Infos zur USK
Fragt man nach der Spielereferenz in Sachen Echtzeitstrategie, fallen meist zwei Namen: Command & Conquer und Age of Empires. Kein Wunder, denn das Erste hat das Genre erfunden und das Zweite führte es fort und brachte wichtige neue Spielelemente mit ein. Dabei teilen sich beide Games geschickt den Markt, denn während Command & Conquer vom Szenario eher die Technikfreaks anspricht, geht Age of Empires genau den andern Weg und wildert in unser aller Geschichte rum. Nun endlich dürfen auch Macuser den heißersehnten dritten Teil der Age of Empires Serie spielen. Aber hat sich das Warten gelohnt?
Überhaupt wurde der Wirtschaftsfaktor stark erweitert, wobei immer Wert darauf gelegt wurde, dass dieser Part spielbestimmendes und wichtiges Element im Gameplay ist, dabei den Spieler aber nicht überfordert oder zu sehr von seiner Hauptaufgabe ablenkt oder gar das Tempo aus dem Spiel nimmt. Und das ist den Machern perfekt gelungen. Die Gebäude erfüllen jetzt ihre Aufgabe hervorragend. Jedes für sich kann spielentscheidend sein. Der Marktplatz zum Beispiel ermöglicht euch bei zu geringem Goldaufkommen Essen oder Holz in Gold einzutauschen, um damit Kanonen oder bestimmte Truppen herzustellen. Häfen sind notwendig um eine Seeflotte aufzubauen und die Meere zu kontrollieren usw.
Die sicherlich wichtigste Neuerung: Die Heimatstadt. Jede Kultur verfügt über eine und ihr habt die Möglichkeit, in regelmäßigen Abständen Ressourcen anzufordern, die dann per Schiff an euch geliefert werden. Und auch hier gilt: Es gibt Grundressourcen wie Siedler oder Nahrung, die immer angefordert werden können und weitere Elemente die euch, je nach Zeitalter eurer Kultur, nur einmal zur Verfügung stehen. Hier heißt es also, klug abwägen. Auch dieses Spielelement wurde so implementiert, dass es nicht unnötig vom eigentlichen Spiel ablenkt und so auch gerne genutzt wird. Dabei weißt dieses Feature noch ein weiteres Highlight auf: Eure Heimatstadt entwickelt sich im Laufe der Zeit, je nach euren Entscheidungen im Spiel, in unterschiedliche Richtungen und wird so zu etwas Einzigartigem. Das hat dann wiederum Auswirkungen auf die Rohstoffe, Truppen und Weiterentwicklungen, die ihr abrufen könnt. Wer hier gut organisiert vorgeht, kann spätestens bei Onlineschlachten enorm davon profitieren. Denn dort könnt ihr auf die Möglichkeiten, die euch eure Stadt bietet, zugreifen. Es lohnt sich also, ein Volk längere Zeit durch die Schlachten und Geschichte zu führen und sich mit den Eigenarten der Kultur auseinanderzusetzen.
Oder: Im Schlachtgetümmel laufen vereinzelte Truppen auf einen Hügel, auf dem sie dann aber nicht mehr an der Schlacht teilnehmen können. Zu meinem Pech leiden diese Truppen auch noch unter Gedächtnisverlust und wissen nicht mehr, wie sie von dem Hügel runter kommen. Also laufen sie planlos und hysterisch hin und her, während sie vom Feind in aller Ruhe unter Beschuss genommen werden.
Ein weiteres Beispiel: Meine Kanonen beziehen Stellung und setzen den Feind unter Beschuss. Nun erfolgt vor ihren Augen ein weiterer Angriff, doch statt sich dem bewaffneten Angreifer anzunehmen, ziehen es die Herren Kanoniere vor, irgendwelche Bauern zu bombardieren. Ich habe noch massenhaft Beispiele. Da ist noch viel zu tun, will man zumindest das Niveau von Command & Conquer erreichen.
Evolution
Age of Empires III knüpft in jeder Hinsicht nahtlos da an, wo Teil zwei aufhörte. Ihr schlüpft in die Rolle einer von acht europäischen Großmächten und besiedelt die neue Welt. Und als ob das noch nicht genug wäre, erwarten euch weitere zwölf Indianerstämme, die ihr durch ein Bündnis für eure Zwecke einspannen könnt und so auf Unterstützung bei Schlachten oder auf zusätzliche Rohstoffe bauen dürft. Dieses geschieht mittels Handelsposten, welche ihr im Dorf der Indianer baut, aber auch vor feindlichen Übergriffen schützen müsst.Überhaupt wurde der Wirtschaftsfaktor stark erweitert, wobei immer Wert darauf gelegt wurde, dass dieser Part spielbestimmendes und wichtiges Element im Gameplay ist, dabei den Spieler aber nicht überfordert oder zu sehr von seiner Hauptaufgabe ablenkt oder gar das Tempo aus dem Spiel nimmt. Und das ist den Machern perfekt gelungen. Die Gebäude erfüllen jetzt ihre Aufgabe hervorragend. Jedes für sich kann spielentscheidend sein. Der Marktplatz zum Beispiel ermöglicht euch bei zu geringem Goldaufkommen Essen oder Holz in Gold einzutauschen, um damit Kanonen oder bestimmte Truppen herzustellen. Häfen sind notwendig um eine Seeflotte aufzubauen und die Meere zu kontrollieren usw.
Die sicherlich wichtigste Neuerung: Die Heimatstadt. Jede Kultur verfügt über eine und ihr habt die Möglichkeit, in regelmäßigen Abständen Ressourcen anzufordern, die dann per Schiff an euch geliefert werden. Und auch hier gilt: Es gibt Grundressourcen wie Siedler oder Nahrung, die immer angefordert werden können und weitere Elemente die euch, je nach Zeitalter eurer Kultur, nur einmal zur Verfügung stehen. Hier heißt es also, klug abwägen. Auch dieses Spielelement wurde so implementiert, dass es nicht unnötig vom eigentlichen Spiel ablenkt und so auch gerne genutzt wird. Dabei weißt dieses Feature noch ein weiteres Highlight auf: Eure Heimatstadt entwickelt sich im Laufe der Zeit, je nach euren Entscheidungen im Spiel, in unterschiedliche Richtungen und wird so zu etwas Einzigartigem. Das hat dann wiederum Auswirkungen auf die Rohstoffe, Truppen und Weiterentwicklungen, die ihr abrufen könnt. Wer hier gut organisiert vorgeht, kann spätestens bei Onlineschlachten enorm davon profitieren. Denn dort könnt ihr auf die Möglichkeiten, die euch eure Stadt bietet, zugreifen. Es lohnt sich also, ein Volk längere Zeit durch die Schlachten und Geschichte zu führen und sich mit den Eigenarten der Kultur auseinanderzusetzen.
Für alle etwas
Was die Optionen anbelangt, lässt das Spiel so schnell keine Langeweile aufkommen. Der Einsteiger freut sich über zwei kurze Einführungen, der Einzelspieler stellt sich der abwechslungsreichen und fordernden Mission um die Familie Black oder ergeht sich in einem Zufallsspiel, der Mehrspieler vertreibt sich mittels GameRanger oder LAN mit seinen Freunden die Zeit und ansonsten bietet der Editor die Möglichkeit, weitere Karten und Herausforderungen zu erstellen und natürlich auch anderen über das Netz zugänglich zu machen. Diesem Umstand haben wir es auch zu verdanken, dass bereits jede Menge Material im Internet zum Download zur Verfügung steht, zumal die Windows-Erweiterungen auch auf dem Mac geladen werden können. Des Weiteren finden sich umfangreiche Informationen zu Truppen und Gebäuden sowie zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten zu Grafik und Sound, die es euch erlauben, das Spiel auf eure Hardware optimal einzustellen. Zudem lassen sich drei Schwierigkeitsstufen auswählen, sodass auch Einsteiger problemlos mithalten können. Allerdings zeigt sich der Unterschied nur in der Anzahl der Truppen und der Aggressivität. Nicht in der Taktik.Das Gameplay
Wer gegen den Computer antritt braucht, besonders Anfangs gute Nerven. Der Rechner ist nicht zimperlich, sehr aggressiv und erkennt auch ziemlich schnell eure Schwachstellen. Wer Anfangs träumt oder die falsche Entscheidung bei der Entwicklung der eigenen Zivilisation und deren Verteidigung trifft, kann bald die weiße Flagge hervorkramen. Dabei hilft euch das Spiel durch definierbare Tastaturkürzel, zusammen fassbare Truppen, einer Zoomfunktion und einer frei rotierenden Kameraeinstellung, den Überblick zu behalten. Auch die stets präsente Karte lässt einen Sprung zu allen Teilen des Szenarios zu. Sind die ersten Angriffe aber erst mal abgewehrt, wird es auch schon bedeutend einfacher. Denn nun hat man auch genügend Zeit, sein Lager auszubauen und entsprechende Verteidigungsmaßnahmen einzuleiten. Danach wendet man sich in Ruhe seinem Missionsziel zu und kann dann mehr oder weniger mühelos beim Gegner aufräumen.Die Grafik
Eigentlich hätte ich jetzt gerne geschrieben: „Die Grafik ist aus einem Guss“. Leider stimmt das aber nicht. Denn während die Landschaftsgrafiken einfach unglaublich schön sind und eine einzigartige Atmosphäre verbreiten, die Heimatstadt ein Fest der Sinne ist und Licht- und Schatteneffekte das Beste sind, was mir auf dem Mac im Strategiebereich je unter gekommen ist, wurden die Truppen eher lieblos und nur rudimentär verbessert. Da wäre wesentlich mehr drin gewesen.Künstliche Intelligenz – mehr künstlich oder mehr intelligent?
Gerade dieser Part war bisher immer die Achillesferse von Age of Empires und leider ist das immer noch so. Was sich hier auf dem Schlachtfeld abspielt, ist mit unter schon zum Haare ausraufen. Beispiele: Die Truppen bekommen den Auftrag, sich im Verteidigungsmodus defensiv zu verhalten und gehen auch brav in eine korrekte Formation. Speerträger und Schwertkämpfer vorne und die Bogenschützen hinten. Nun passiert es aber immer wieder, dass sich einige meiner Mannen zu einer Verfolgungsjagd hinreißen lassen und aus der Formation ausbrechen und damit in den sicheren Tod laufen.Oder: Im Schlachtgetümmel laufen vereinzelte Truppen auf einen Hügel, auf dem sie dann aber nicht mehr an der Schlacht teilnehmen können. Zu meinem Pech leiden diese Truppen auch noch unter Gedächtnisverlust und wissen nicht mehr, wie sie von dem Hügel runter kommen. Also laufen sie planlos und hysterisch hin und her, während sie vom Feind in aller Ruhe unter Beschuss genommen werden.
Ein weiteres Beispiel: Meine Kanonen beziehen Stellung und setzen den Feind unter Beschuss. Nun erfolgt vor ihren Augen ein weiterer Angriff, doch statt sich dem bewaffneten Angreifer anzunehmen, ziehen es die Herren Kanoniere vor, irgendwelche Bauern zu bombardieren. Ich habe noch massenhaft Beispiele. Da ist noch viel zu tun, will man zumindest das Niveau von Command & Conquer erreichen.
Die Physik...
...wurde bisher immer gerne von den Machern des Spiels hervorgehoben. Und es sieht in der Tat grandios aus, wie sich die Palmen im Wind wiegen, das Meer gegen die Felsen schlägt und die Welt auch sonst glaubhaft und detailliert „vor sich hin lebt“. Aber eine überragende Physik sollte sich auch im Gameplay selbst wieder spiegeln. Wenn ich meine Kanoniere zum Beispiel direkt an einem steilen Hang postiere, ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass diese ein Gebäude, welches im Schutz genau dieses Hügels auf der anderen Seite steht, erfolgreich unter Beschuss nehmen. Denn wenn ich nichts sehe, kann ich nur schwer etwas treffen. Hier aber ist jeder Schuss ein Treffer! Überhaupt haben Hügel und Hänge zu wenig Auswirkung auf das Spiel. Ein Fußsoldat beispielsweise, der am Fuße eines Hanges steht, kann es mühelos im Zweikampf mit einer berittenen Einheit auf dem Hügel aufnehmen. Das habe ich schon bei Strategietiteln im Jahre 1984 besser gesehen und überfordert hätte man den Spieler mit diesem taktischen Feature sicher auch nicht.Fazit
Genug gemeckert. Age of Empires III ist auf jeden Fall ein spielerisches Highlight in diesem Jahr und führt zusammen mit Command & Conquer - Generäle souverän die Echtzeitstrategie-Charts an. Und wem das Zukunftsszenario von Command & Conquer nicht zusagt, kommt an unserem Probanden eh nicht vorbei. Wer leicht zugängliche Strategiekost sucht, wird hier ebenfalls bestens bedient. Für Hardcoregeneräle allerdings dürfte diese Kost zu leicht sein.
POSITIV
- geniale Grafik
- gelungenes und stimmiges Szenario
- gute Erweiterbarkeit
- komplett in deutsch
- gelungenes und stimmiges Szenario
- gute Erweiterbarkeit
- komplett in deutsch
NEGATIV
- mangelhafte KI
- fehlerhafte Physik
- zu wenig taktische Optionen bei den Kämpfen
- fehlerhafte Physik
- zu wenig taktische Optionen bei den Kämpfen
87%
Grafik:
Sound:
Netzwerkspiel:
Schwierigkeit:
Sound:
Netzwerkspiel:
Schwierigkeit:
sehr gut
sehr gut
sehr gut
mittel
sehr gut
sehr gut
mittel
| MINIMUM | STANDARD | OPTIMUM | TESTRECHNER |
| G4 1,4 Ghz 512 MB RAM 64 MB Grafikkarte mit T&L Support Mac OS X 10.3.9 |
G5 1,8 Ghz 1024 MB RAM 128 MB Grafikkarte Mac OS X 10.4.8 |
G5 / Core 2 Ghz 1536 MB RAM 256 MB Grafikkarte Mac OS X 10.4.8 |
MacBook Pro 2 Ghz 2048 MB RAM Radeon X1600 Mac OS X 10.4.8 |
* Diese Angaben beziehen sich auf den Zeitpunkt als der Artikel geschrieben wurde. Eventuell stehen auf der Homepage des Herausgebers bzw. Entwicklers Updates für "Age of Empires III" bereit.





