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Battlestations Midway

Testbericht von Benjamin

Entwickler: Eidos Hungary
Herausgeber: Feral
System: Mac OS X*
Erschienen: Sommer 2008 in Deutsch
Plattform: Intel*
Genre: Action
sonstige Kosten: keine
Kaufpreis: 35-40 ¤
Demo: n.v.
Freigabe: ab 12 Jahren, Infos zur USK
Dieser Krieg ist dein Krieg! – Mit diesem prägnanten Spruch probiert Feral das Interesse des willigen Spielers zu ködern. Schon beim stimmungsvollen Intro sehnt man sich bereits nach Schlachten auf dem Pazifik, in denen man seine heldenhaften Flugkünste unter Beweis stellen darf. Der Schauplatz ist ein Novum im Reigen der Videospiele rund um den Zweiten Weltkrieg. Bisher hat sich kein Titel so sehr mit dem verbitterten Kampf zwischen Japanern und Amerikanern um die Vorherrschaft im Pazifik gekümmert. Inhaltlich ging Eidos allerdings keine neue Wege, sondern vertraute einer bewährten Mischung aus Action und Strategie. Jeder der sich nur ein bisschen für Flugzeuge und Schiffe des Zweiten Krieges interessiert, wird hier voll auf seine Kosten kommen, denn man befehligt nur Flieger und Schiffe. Dabei wird eine große Vielzahl an verschiedenen Vehikeln angeboten, die sich allesamt durch ihre Stärken und Schwächen von einander unterscheiden.

Hinten drei, vorne acht und dann: Schleichfahrt!

Nein, die Deutschen könnt ihr nicht spielen, aber die verbündeten Japaner stehen unter eurem Befehl. Hier kommen wir bereits zu dem ersten Schwachpunkt des Spiels: Es gibt nur eine US-Kampagne. Den Kriegsgegner Japan könnt ihr nur in den Herausforderungen und im Online-Modus spielen. Die Kampagne beschreibt den Kriegsverlauf vom Angriff auf Pearl Harbour bis zur Endschlacht bei Midway. Die Kampagne und die Herausforderungen bieten zusammen knapp 15 bis 20 Spielstunden in drei Schwierigkeitsgraden. Ein Missionspack mit weiteren Herausforderungen und Missionen für die Kampagne hat Feral lobenswerterweise direkt beigepackt. Die Ziele der Missionen und Herausforderungen sind breit gefächert: Von der Verteidigung eines Hafens, bis zur totalen Vernichtung einer Flotte. Sie bieten viel Abwechslung und beinhalten keine Stelle, die Frust aufkommen lässt. Hier mal ein kleines Beispiel einer Kampagnen-Mission:
  1. Zerstöre mit Geschwader A das Kampfschiff B
  2. Entkomme mit Bomber-Geschwader A nach dem Abwurf der Bomben
  3. Räume mit U-Boot U den Frachter-Konvoi F auf
  4. Halte mit den Jägern den Rücken frei und verliere nicht mehr als 10 Einheiten
Man sieht also bereits in diesem Beispiel, wie das Spiel abläuft. Natürlich muss man nicht alle Einheiten selbst steuern. Mit den Tasten E und Q schaltet man zwischen den Einheiten hin und her. Man gibt Befehle für Geschwader mit Hilfe  der Alt-Taste durch und weißt Ziele zu. Nun könnt ihr euch zurücklehnen und das Werk eurer Hände betrachten, oder aber ihr nehmt selbst ein Schiff oder Flugzeug in Beschlag und vernichtet eure Feinde. In späteren Leveln des Spiels wird es immer wichtiger, die Aufgaben richtig zuzuweisen, um nicht allzu viele Einheiten zu verlieren. Neben den Hauptaufgaben gibt es immer noch Nebenquests, die mit einem großen „S“ gekennzeichnet sind. Diese geben am Ende des Levels Sonderpunkte, die euch schneller zu den Auszeichnungen bringen. Als kleines Schmankerl wird euch in der Kampagne die Geschichte des amerikanischen Soldaten Henry Walker in bewegten und auf retro-getrimmten Bildern gezeigt. Die Qualität dieser Clips weiß zu überzeugen und die Synchronisation ist sehr stimmig. Die deutschen Untertitel kommen direkt mit und helfen auch Englisch-Unkundigen die Geschichte, die mit viel amerikanischen Pathos erzählt wird, zu verstehen.

Ein Schmuckstück: Der Online-Modus

Neben einem durchaus gefälligen, aber sehr kurzen Einzelspieler-Modus gibt es auch einen Mehrspieler-Modus, der über den Game-Ranger-Dienst angeboten wird. Hierbei können bis zu acht Spieler problemlos miteinander spielen. Dabei können alle Szenarien aus dem Singleplayer-Modus mit Freunden und anderen Mac-Benutzern online gespielt werden. Hat man sich für eine Seite entschieden, geht es durch die Lobby direkt ins Spiel. Auch hier übernehmt ihr den Befehl über mehrere Einheiten gleichzeitig. Somit erhält auch der Online-Modus eine der wichtigsten Eigenschaften des Spiels, nämlich das korrekte Zusammenspiel der verschiedenen Einheitentypen. Die Chat-Funktion erleichtert die Absprache mit Team-Kollegen um einiges. Einheiten, die von Computergegner gespielt werden, werden selbstverständlich mit dem jeweiligen Namen gekennzeichnet.

Präsentation und Performance

Das Spiel ist 2007 für Windows und Xbox erschienen und auf Mac-Niveau durchaus schön anzusehen. Es gibt neben den über 60 detaillierten Schiffs- und Flugzeugmodellen, auch abseits des Geschehens viel zu entdecken. So lassen sich auf Wunsch Wolken und Wasser-Reflektionen einschalten. Auch die Flora auf den Inseln kann man auf Wunsch dazuschalten, was für kurze Momente zum Träumen einlädt. Ohne Zweifel: Dieses Spiel ist sicherlich vom Setting her das schönste, welches sich mit dem Zweiten Weltkrieg auseinandersetzt. Die abgeschossenen Flugzeuge  und versenkten Schiffe verschwinden in den tödlichen Fluten mit einem großen Schwall Wasser oder in einem Strudel, überall erhellen Explosionen den Himmel und die Sonne blendet den Spieler, wenn er genau auf sie draufhält. Kurzum, ein nahezu cineastischer Spaß für jeden Action-Fan. Auch die Musik ist immer richtig gewählt, vom leichten Swing in den Zwischensequenzen, bis zu klassisch-anmutenden  Kompositionen während einer Schlacht. Dazu kommen noch einigen Soundeffekte, wie das Abprallen von Kugeln am Schiffspanzer, das Pfeifen einer abgeworfenen Bombe und das Sonar eines U-Boots, welche die richtige Atmosphäre aufkommen lassen. Des Öfteren werden auch Funksprüche über den digitalen Äther geschickt, sowohl in Japanisch, als auch auf Englisch. Hier hat Feral sein Versprechen gehalten, als sie von unserem Krieg sprachen. Als Spieler fühlt man sich wahrhaftig in die Situation hineinversetzt, obwohl dem Anspruch auf Realismus nicht wirklich nachgegangen wird, da sich das Spiel eher als actionlastig, als wirklich  strategisch darstellt.

Nicht nur inhaltlich weiß das Spiel zu überzeugen, sondern auch im Hinblick auf die Stabilität und Performance. Wenn man von Einstellungen wie Anti-Aliasing und Bildfiltern absieht, so läuft das Spiel selbst auf älteren Intel-Macs ohne Ruckler. Auch wenn Effekte wie Wasser-Reflektionen und Fauna, die leider etwas einfallslos gestaltet wurde, eingeschaltet sind, konnte ich auf meinem Testrechner (siehe unten) locker auf die Auflösung von 1440x900 Pixeln schalten, ohne Abstriche beim Spielvergnügen machen zu müssen.

Schwächen und Stärken

Neben den vielen starken Seiten hat dieses Spiel eine sehr schwache Seite: Der Einzelspieler-Modus. Dieser macht zwar Spaß, aber er ist einfach zu kurz und für 40 Euro bietet er nur eine bessere Heranführung an den Mehrspieler-Modus. Womit ich zur großen Stärke des Spiels komme. Battlestations Midway steht und fällt mit dem Angebot an Mitspielern im Netz. Hier kann man seine taktischen Kniffe richtig ausleben und Schlachtpläne im Kopf skizzieren. Denn es macht mit acht Gegen- und Mitspielern bedeutend mehr Spaß, als gegen die KI zu kämpfen, obschon diese sich durchaus sehen lassen kann.
Des Weiteren ist die Menüführung ein Manko, welches seine Wurzeln in der Konsolen-Version hat. Die Navigation durch die einzelnen Menüs gestaltet sich als sehr zeitaufwändig, hier würde ich empfehlen nicht die Maus, sondern die Pfeiltasten zum Einsatz kommen zu lassen. Auch die Steuerung im Spiel tendiert zur Ungenauigkeit, so muss man die Mausempfindlichkeit sehr genau auf das jeweilige Mausmodell abstimmen, um im Kampf zum Erfolg zu kommen. Ach ja, nehmt lieber keine Mighty Mouse, denn drei Tasten sind bei diesem Spiel Pflicht! Leider ist das Spiel auch in einem weiteren Punkt sehr gewöhnungsbedürftig: Die Speicherung erfolgt immer nach dem erfolgreichen Einsatz. Solltet ihr also die Aufgaben eins bis drei bravourös erledigen und bei Aufgabe vier scheitern, müsst ihr den Einsatz komplett neu beginnen.

Fazit

Mit Battlestations Midway bringt Feral einen wirklichen Multiplayer-Kracher auf unsere Macs. Der wirklich hervorragende Mehrspieler-Modus bringt genug Spielspaß mit, um den leider etwas sehr kurzen, dennoch lustigen, Einspielermodus zu ergänzen. Die Grafik ist mehr als zeitgemäß und läuft auch auf älteren Intel-Systemen rund. Leider werden weder Mac minis noch Mac Books offiziell von Feral unterstützt, schade. Soundtechnisch muss sich Battlestations Midway nicht verstecken. Sowohl die Synchronisation der Clips, als auch die Musik im Spiel kann sich wirklich hören lassen und wirkt niemals aufdringlich. Ein besonderer Pluspunkt ist mal wieder die sehr gelungene Portierung auf den Mac. Ich konnte keine Unterschiede zur PC-Version erkennen und die Mac-typischen Eigenschaften, wie die Zusammenarbeit mit iTunes und iChat sind vorbildlich. Dennoch wirken sich die kleinen Mankos auf die Gesamtnote aus, die wegen der vielen kleinen Nicklichkeiten die 90% Hürde nicht knackt.

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POSITIV
- sehr guter Mehrspieler-Modus
- tolle grafische Effekte
- hohe Vielfalt an unterschiedlichen Vehikeln
- großartige Atmosphäre
NEGATIV
- langweilige Fauna
- teilweise hakelige Steuerung
- relativ kurzer Einzelspieler-Modus
84%
Grafik:
Sound:
Netzwerkspiel:
Schwierigkeit:
gut
sehr gut
sehr gut
mittel
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MINIMUM STANDARD OPTIMUM TESTRECHNER
Intel Core 1,83 Ghz
512 MB RAM
128 MB Grafikkarte
4,3 GB Festplatte
Mac OS X 10.4.11
Intel Core 2 Ghz
1024 MB RAM
128 MB Grafikkarte
Mac OS X 10.4.11
Intel Core 2 Duo
2,4 Ghz
2048 MB RAM
256 MB Grafikkarte
Mac OS X 10.5.3
iMac
Intel Core 2 Duo
2 Ghz
1024 MB RAM
ATI Radeon X1600
Mac OS X 10.4.11

* Diese Angaben beziehen sich auf den Zeitpunkt als der Artikel geschrieben wurde. Eventuell stehen auf der Homepage des Herausgebers bzw. Entwicklers Updates für "Battlestations Midway" bereit.