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Civilization 4 - Beyond the Sword

Testbericht von Harald

Entwickler: Firaxis
Herausgeber: ASH
System: Mac OS X*
Erschienen: Herbst 2009 in Deutsch
Plattform: PPC / Intel*
Genre: Strategie / Wirtschaft
sonstige Kosten: keine
Kaufpreis: 25-30 ¤
Demo: n.v.
Freigabe: ab 12 Jahren, Infos zur USK
Irgendwie muss da jemand etwas falsch verstanden haben. Gewiss gilt Civilization IV als klassisches Endlosspiel, doch bezieht sich dieser Begriff gewiss nicht auf die Wartezeit eines Addons. Oder etwa doch? Betrachtet man die Entwicklungszeit der gerade für den Mac erschienenen Erweiterung Beyond the Sword, könnte man jedenfalls den Eindruck gewinnen. Schließlich durften Windows-Spieler bereits im Juli 2007 im „größten und umfangreichsten Civ-Addon“  (O-Ton der Entwickler) die Geschicke der Völker lenken. Und tatsächlich machte der Titel allenthalben eine gute Figur und konnte das aus dem Jahr 2005 kommende Civilization IV um neue und interessante Spielelemente erweitern. Ob das aber auch noch nach zwei Jahren gilt?

Eine Runderneuerung...

...ist das zweite Addon zwar nicht, doch weiß Beyond the Sword tatsächlich genügend neue Spielelemente im Endlos- wie auch im Standardmodus unterzubringen. So steigt das Spiel ins „Big-Business“ ein, indem es euch die Entwicklung von Konzernen anheim stellt. Diese stehen als Option bereit, sobald die entsprechende Technologie „Kapitalgesellschaft“ entdeckt wurde. Das dauert einige Spielstunden, wobei die von einer großen Persönlichkeit gegründeten, sieben möglichen Konzerne eine Stadt durch Produktions-, Kultur oder Nahrungsergänzungen schneller wachsen lassen. Das klingt unspektakulärer, als es tatsächlich ist. Denn die Konzerne ermöglichen eine forcierte Weiterentwicklung der Städte mithilfe bisher nicht verfügbarer Ressourcen. Fehlt euch also im Einzugsgebiet Erdöl, kann der Konzern „Ethanol Inc.“ diesen Missstand durch die Verarbeitung von Mais oder Zucker ausgleichen. Gerade diese Neuerung gibt dem Spiel einen schönen Impuls, kommt aber leider erst sehr spät im Spiel zum Zuge. Vor allem Liebhaber von Missionen werden oft überhaupt nicht auf diese Neuerung treffen. Mir selbst ist es beispielsweise erst im Endlosmodus nach circa acht Stunden Spiel aufgefallen. Dagegen ist die zweite wichtige Neuerung zwar unspektakulärer, aber zumindest sehr früh verfügbar. Immerhin kann der Spion die diplomatischen Beziehungen ganz schön durcheinander bringen oder euch unverhofft zu neuen Technologien oder zu etwas mehr Reichtum verhelfen. Aber auch Sabotage hat der dunkle Zeitgenosse, sofern ausreichend Spionagepunkte vorhanden sind, im Sortiment und kann damit beispielsweise die Belagerung einer Stadt durch die Vergiftung des Trinkwassers forcieren. Dumm daran ist nur, dass der Einsatz und Unterhalt beträchtliche Summen verschlingt sodass man auf diese Möglichkeit nur selten zurückgreift.

Der indirekte Krieg

Der Krieg hat viele Gesichter wie wir immer wieder erleben müssen und auch Beyond the Sword lässt euch jetzt mehr Spielraum. Wer den offenen Konflikt und die Reaktionen der anderen Völker scheut, darf jetzt die Drecksarbeit von Freibeutern erledigen lassen und dabei mit Seeblockaden den Handel des Kontrahenten empfindlich stören. Sogar ganze Freibeutersiedlungen können mit reduzierten Unterhaltskosten gegründet werden. Auch im Weltraum gibt es Fortschritte. Wer nämlich zuerst Alpha Centauri erreicht, hat das Spiel gewonnen. Da lohnt sich eine vorausschauende Forschung allemal. Doch Ziele und Aufgaben gibt es wie im letzten Addon Warlords natürlich sehr unterschiedliche, was die Besiedlung des Weltalls nicht zwangsläufig zum wichtigsten Endziel werden lässt. So finden wir durch alle Entwicklungsstufen hindurch von klassischen Aufgaben wie dem Beenden eines Bürgerkriegs oder kybernetischen Kämpfen auch Missionen, die ähnlich wie Master of Orion ablaufen und eher von Wirtschaftsentscheidungen geprägt sind. Mir haben die insgesamt 15 Missionen allerdings weniger zugesagt, da die Präsentation und Entwicklung während des Spiels etwas bieder und undynamisch wirkt. Da wäre mehr drin gewesen.

Mehr Dynamik

Was in den Missionen noch stört, kann man gerade in den Details und vor allem im Endlosmodus nicht behaupten. Besonders nach vielen Spielstunden fallen die zahlreichen kleinen Verbesserungen angenehm auf, die das Spiel um neue taktische Möglichkeiten und vor allem um wesentlich mehr Abwechslung bereichern. Allen voran seien hier die vielen optional wählbaren Zufallsereignisse genannt. Da kann eine blühende Metropole auch schon einmal von einer Naturkatastrophe heimgesucht werden, oder Heiratsanfragen von anderen Kulturen die Planung durcheinander bringen. Zudem kennt Beyond the Sword jetzt ganze 18 neue Gebäude und 25 neue Einheiten. Und das diese Modernisierungen wie Zollgebäude oder öffentliche Verkehrsmittel alles andere als nur Staffage sind, bekommen wir spätestens in den höheren Schwierigkeitsstufen zu spüren. Denn die KI geführten Mitspieler nutzen die Möglichkeiten sehr geschickt, und lassen uns bei „falscher Konfession“ im apostolischen Palast (eine Art Vereinte Nationen im Mittelalter) kurzerhand auflaufen. Im einfachsten Fall bedeutet das Wirtschaftssanktionen von denen die Sperrung der Grenzen noch der harmloseste Fall ist. Gerade die KI hat enorm hinzugelernt und macht in den fortgeschritteneren Schwierigkeitsstufen viel Spaß. Man hat stellenweise wirklich den Eindruck, gegen sehr verschieden gesonnene Menschen zu spielen und muss seine Schritte schon mit großer Sorgfalt wählen, will man von seinen Nachbarn nicht zu Staub der Geschichte zerrieben werden.

Fazit

Ich muss gestehen, dass mir das Vorgänger-Addon Warlords als Endlosspieler weniger zugesagt hat. Dafür waren die Neuerungen und Spielelemente zu sehr auf die Missionen konzentriert. Das ist hier anders. Die vielen Erweiterungen und Verbesserungen wirken alle durchdacht und bereichern gerade den Endlosmodus enorm. Besonders die Zufallsereignisse und die Konzerne haben es mir angetan. Denn sie geben dem Titel wesentlich mehr taktische Tiefe und Abwechslung. Da kann ich auch die dröge Inszenierung mit seinen langweiligen Textboxen in den Missionen, und die in die Jahre gekommene Grafik verschmerzen. Die Entwickler haben tatsächlich nicht übertrieben. Beyond the Sword ist nicht nur das beste Addon dieser Serie, sondern auch ein willkommener Grund, Civilization IV wieder einmal aus dem Regal zu holen und sich auf die Reise durch eure Geschichte der Menschheit zu begeben.

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POSITIV
- sinnvolle Neuerungen
- wesentlich mehr Dynamik
- überarbeitete KI
NEGATIV
- Szenarien wurden langweilig inszeniert
- gelegentliche Übersetzungsfehler
88%
Grafik:
Sound:
Netzwerkspiel:
Schwierigkeit:
mittel
gut
(n. getestet)
fortgeschritten
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MINIMUM STANDARD OPTIMUM TESTRECHNER
G5 / Core 1,8 Ghz
512 MB RAM
2,6 GB Festplatte
128 MB Grafikkarte
DVD-Laufwerk
Mac OS X 10.4.11
Civilization 4
G5 / Core 2 Ghz
1024 MB RAM
128 MB Grafikkarte
Mac OS X 10.4.11
G5 / Core 2,2 Ghz
1536 MB RAM
256 MB Grafikkarte
Mac OS X 10.5.8
MacBook Pro
2 Ghz
2048 MB RAM
Radeon X1600
Mac OS X 10.5.8

* Diese Angaben beziehen sich auf den Zeitpunkt als der Artikel geschrieben wurde. Eventuell stehen auf der Homepage des Herausgebers bzw. Entwicklers Updates für "Civilization 4 - Beyond the Sword" bereit.