Dofus
Testbericht von Alessandro
Entwickler: Ankama Studios
Herausgeber: Ankama Studios
System: Mac OS X, Windows*
Erschienen: Frühjahr 2007 in Deutsch
Plattform: PPC / Intel*
Genre: Adventures / RPG
sonstige Kosten: monatlich 5 Euro
Kaufpreis: (kostenlos) ¤
Demo: Ja, Download now!
Freigabe: keine USK-Prüfung, Infos zur USK
Bereits im September 2005 gestartet, hat sich das unkonventionelle MMORPG (Massive Multiplayer Online Role Playing Game) Dofus aus den französischen Ankama Studios bereits einen Namen in der einschlägigen, jedoch von World of Warcraft geprägten, Onlinerollenspiel-Szene gemacht. Mit immerhin knapp drei Millionen aktiven Spielern kann Dofus jedoch zumindest ein Drittel der World of Warcraft-Spielerzahl aufweisen und ist somit sicherlich kein unbeschriebenes Blatt.
Besonders in Frankreich, der Heimat der Ankama Studios, ist das Spiel sehr beliebt. Dofus folgten bereits zwei Spin-Offs, zum einen Dofus Arena, ein taktisches Online-Multiplayer Spiel, welches seit Anfang 2006 verfügbar ist und zum anderen Wakfu, welches Ende 2007 als Beta der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll. Darüber hinaus hat Dofus bereits zwei internationale Auszeichnungen eingeheimst: den Bytten Ernie Award for Best Graphics and Concept Art 2007 sowie den Audience at the Independent Game Festival 2006 Award.
Dofus geht technisch sowie konzeptionell völlig andere Wege wie World of Warcraft oder ähnliche Genrevertreter. Das Spiel wurde komplett auf Basis von Adobes Flash (!) programmiert und ist somit vollkommen im 2D-Look gehalten. Ein Teil der Spielwelt steht euch zudem kostenlos und unlimitiert zum Ausprobieren zur Verfügung, erst wer die vollständige Spielwelt und alle Features erfahren möchte, muss einen monatlichen Beitrag löhnen.
Ob sich knapp drei Millionen Spieler qualitativ ganz gewaltig irren können oder das Spiel überzeugen kann wollen wir im folgenden Testbericht aufklären.
Generell kann man jedoch sagen, dass sich die elf Klassen grob in drei Schubladen unterteilen lassen: Kämpfer, Magier und Heiler. Nach Wahl der euch am meisten zusagenden Klasse dürft ihr euren Charakter noch minimal in seiner Farbgebung euren Präferenzen angleichen und dann geht es auch schon los.
Direkt nach der Charaktergenerierung werdet ihr in das Spielgeschehen geworfen – zuvor steht es euch aber noch frei, das wirklich gut gemachte und nützliche Tutorial zu durchleben oder aber selbiges zu überspringen, um euch sogleich auf eigene Faust ins bunte Abenteuer zu stürzen. Sehr vorbildlich ist übrigens, dass die Steuerung extrem simpel gehalten wurde – so könnt ihr nahezu alle wichtigen Aktionen mit einem Linksklick ausführen – klares Lob an die Entwickler und sehr einsteigerfreundlich!
Hier kämpft ihr nicht in Echtzeit wie Genrekollegen, sondern der Kampf verläuft rundenbasierend, wie es beispielsweise bei vielen Japano-RPGs üblich ist. Werdet ihr also in einen Kampf verwickelt, erscheint eine Art „Schachbrett“ auf dem Spielfeld und ihr könnt euch innerhalb dieses Rahmens bewegen. Ebenso natürlich eure Kontrahenten. Zudem habt ihr nur eine begrenzte Zahl MP (Movement Points) und AP (Action Points) zur Verfügung. Erstere dienen, wie der Name bereits verrät, zur Fortbewegung, letztere um Aktionen wie Magie oder Kampf durchzuführen. Durch dieses System erhält das Spiel eine stark taktisch-strategische Komponente und ist somit eigentlich gar nicht direkt mit beispielsweise World of Warcraft zu vergleichen.
Alle Klassen spielen sich zudem im Kampf extrem differenziell. Jede Klasse hat andere Vor- und Nachteile sowie Möglichkeiten und Herangehensweisen an den Kampf. Für jeden Gegner gibt es so die passende Lösung. Das Ganze könnte man grob gesagt auch als eine Art „Stein-Schere-Papier“-Prinzip bezeichnen. Die KI der Gegner lässt leider ein wenig zu wünschen übrig, denn schnell habt ihr die entsprechende Taktik heraus und somit auch keine große Gegenwehr zu erwarten.
Erwähnenswert ist außerdem, dass die Gegner außergewöhnlich viele Objekte fallen lassen, so dass ihr und eure Kameraden schnell zu entsprechender Ausstattung und finanziellem Spielraum gelangt. Auch die Level-Leiter klettert ihr zügig empor, ehe ihr euch verseht, landet ihr auf Stufe 50. Danach wird es allerdings in Richtung Maximalstufe 200 ziemlich zäh.
Das Gruppenspiel hebt sich, wie so vieles anderes in Dofus, ebenfalls von anderen Titeln dieser Art ab. Ihr bildet also nicht zwingend eine Gruppe und streift zusammen umher, sondern werdet ihr in einen Kampf verwickelt, erscheint ein Icon an Ort und Stelle. Spieler in der Nähe können nun auf das Icon klicken und dem Kampf beiwohnen, um euch zu unterstützen. Das ist recht ungewöhnlich und funktioniert in der Praxis mehr schlecht als recht, denn es gibt hier leider einige schwarze Schafe. Diese Spieler töten euch nämlich kurz bevor der Gegner den Löffel abgibt, um somit die gesamten Erfahrungspunkte und Gegenstände für sich allein zu haben. Und diese Situation ist, selbst auf höheren Stufen, kein Einzelfall!
Nächster Schwachpunkt: Skilling. Ihr könnt beliebige Skills trainieren, aber nicht alle auf einmal. Das heißt konkret, wenn ihr auf die „falschen“ Skills setzt, werdet ihr immer schwächer als andere Charaktere gleicher Klasse sein, welche auf die „richtigen“ Skills gesetzt haben. Meines Erachtens ein fataler Fehler im Balancing, welcher so wirklich nichts in einem RPG verloren hat.
Kommen wir zum nächsten Designschnitzer, den Berufen. Ihr könnt Bäume fällen, Rohstoffe abbauen und dergleichen mehr. Hier jedoch besser zu werden ist alles andere als spaßig: stundenlanges, sinnfreies Farmen in der Gegend um dann endlich einen Level aufzusteigen und zukünftig eine zehntel Sekunde schneller im Abbau zu sein ist sehr frustrierend. Bitter: nur wer sich das antut kann auch wirklich seltene, extrem starke Gegenstände, Waffen und Rüstungen sein Eigen nennen.
Die Musik passt sich dem jeweiligen Setting an, wiederholt sich aber zu schnell und oft und animiert schnell dazu diese abzudrehen. Soundeffekte und ähnliches gehen in Ordnung, stellen aber ebenfalls kein Highlight dar.
Wenig begeistert war ich jedoch von teils gravierenden Patzern im Design bei Teamplay, Skilling und Crafting. Hier müssen die französischen Jungs und Mädels definitiv noch nachbessern! Ansonsten sei allen RPG-begeisterten, weniger anspruchsvollen Macianern der Blick in den kostenlosen Einstieg in die Welt von Dofus zu empfehlen, alle anderen sollten lieber bei World of Warcraft bleiben.
Besonders in Frankreich, der Heimat der Ankama Studios, ist das Spiel sehr beliebt. Dofus folgten bereits zwei Spin-Offs, zum einen Dofus Arena, ein taktisches Online-Multiplayer Spiel, welches seit Anfang 2006 verfügbar ist und zum anderen Wakfu, welches Ende 2007 als Beta der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll. Darüber hinaus hat Dofus bereits zwei internationale Auszeichnungen eingeheimst: den Bytten Ernie Award for Best Graphics and Concept Art 2007 sowie den Audience at the Independent Game Festival 2006 Award.
Dofus geht technisch sowie konzeptionell völlig andere Wege wie World of Warcraft oder ähnliche Genrevertreter. Das Spiel wurde komplett auf Basis von Adobes Flash (!) programmiert und ist somit vollkommen im 2D-Look gehalten. Ein Teil der Spielwelt steht euch zudem kostenlos und unlimitiert zum Ausprobieren zur Verfügung, erst wer die vollständige Spielwelt und alle Features erfahren möchte, muss einen monatlichen Beitrag löhnen.
Ob sich knapp drei Millionen Spieler qualitativ ganz gewaltig irren können oder das Spiel überzeugen kann wollen wir im folgenden Testbericht aufklären.
Ankama rückwärts gesprochen
Die Spielwelt von Dofus hört auf den Namen Amakna und stellt sozusagen die Plattform für all die Charaktere inklusive eurem Eigenen. Hier werdet ihr also künftig zahlreiche Quests in Form von mehr oder weniger aufregenden Abenteuern zusammen mit euren Mitstreitern bewältigen. Zunächst aber gilt es einen Avatar zu erschaffen, welcher eurem Gusto entspricht. Hierfür stehen euch insgesamt elf Klassen mit nicht immer eindeutigen Bezeichnungen zur Verfügung. Außerdem bekommt ihr verhältnismäßig wenig Möglichkeiten zur Individualisierung an die Hand gegeben. So müsst ihr euch bei der Wahl hauptsächlich auf die unterschiedlichen Attribute beschränken, um eine Entscheidung fällen zu können.Generell kann man jedoch sagen, dass sich die elf Klassen grob in drei Schubladen unterteilen lassen: Kämpfer, Magier und Heiler. Nach Wahl der euch am meisten zusagenden Klasse dürft ihr euren Charakter noch minimal in seiner Farbgebung euren Präferenzen angleichen und dann geht es auch schon los.
Direkt nach der Charaktergenerierung werdet ihr in das Spielgeschehen geworfen – zuvor steht es euch aber noch frei, das wirklich gut gemachte und nützliche Tutorial zu durchleben oder aber selbiges zu überspringen, um euch sogleich auf eigene Faust ins bunte Abenteuer zu stürzen. Sehr vorbildlich ist übrigens, dass die Steuerung extrem simpel gehalten wurde – so könnt ihr nahezu alle wichtigen Aktionen mit einem Linksklick ausführen – klares Lob an die Entwickler und sehr einsteigerfreundlich!
Das Gameplay
Zunächst seid ihr allein auf weiter Flur, ohne genau zu wissen, warum ihr da seid oder was genau ihr zu tun habt. Lediglich ein paar simple Quests der Marke „Bringe dies von A nach B“ oder „Töte x Monster“ bekommt ihr aufgetragen. Dofus beschreitet auf seine eigene Art und Weise ganz eigene Wege in der MMORPG-Welt. Das fängt beim Bezahlmodell an, geht über die Präsentation und schlägt sich auch im Kampfsystem nieder.Hier kämpft ihr nicht in Echtzeit wie Genrekollegen, sondern der Kampf verläuft rundenbasierend, wie es beispielsweise bei vielen Japano-RPGs üblich ist. Werdet ihr also in einen Kampf verwickelt, erscheint eine Art „Schachbrett“ auf dem Spielfeld und ihr könnt euch innerhalb dieses Rahmens bewegen. Ebenso natürlich eure Kontrahenten. Zudem habt ihr nur eine begrenzte Zahl MP (Movement Points) und AP (Action Points) zur Verfügung. Erstere dienen, wie der Name bereits verrät, zur Fortbewegung, letztere um Aktionen wie Magie oder Kampf durchzuführen. Durch dieses System erhält das Spiel eine stark taktisch-strategische Komponente und ist somit eigentlich gar nicht direkt mit beispielsweise World of Warcraft zu vergleichen.
Alle Klassen spielen sich zudem im Kampf extrem differenziell. Jede Klasse hat andere Vor- und Nachteile sowie Möglichkeiten und Herangehensweisen an den Kampf. Für jeden Gegner gibt es so die passende Lösung. Das Ganze könnte man grob gesagt auch als eine Art „Stein-Schere-Papier“-Prinzip bezeichnen. Die KI der Gegner lässt leider ein wenig zu wünschen übrig, denn schnell habt ihr die entsprechende Taktik heraus und somit auch keine große Gegenwehr zu erwarten.
Erwähnenswert ist außerdem, dass die Gegner außergewöhnlich viele Objekte fallen lassen, so dass ihr und eure Kameraden schnell zu entsprechender Ausstattung und finanziellem Spielraum gelangt. Auch die Level-Leiter klettert ihr zügig empor, ehe ihr euch verseht, landet ihr auf Stufe 50. Danach wird es allerdings in Richtung Maximalstufe 200 ziemlich zäh.
Das Gruppenspiel hebt sich, wie so vieles anderes in Dofus, ebenfalls von anderen Titeln dieser Art ab. Ihr bildet also nicht zwingend eine Gruppe und streift zusammen umher, sondern werdet ihr in einen Kampf verwickelt, erscheint ein Icon an Ort und Stelle. Spieler in der Nähe können nun auf das Icon klicken und dem Kampf beiwohnen, um euch zu unterstützen. Das ist recht ungewöhnlich und funktioniert in der Praxis mehr schlecht als recht, denn es gibt hier leider einige schwarze Schafe. Diese Spieler töten euch nämlich kurz bevor der Gegner den Löffel abgibt, um somit die gesamten Erfahrungspunkte und Gegenstände für sich allein zu haben. Und diese Situation ist, selbst auf höheren Stufen, kein Einzelfall!
Nächster Schwachpunkt: Skilling. Ihr könnt beliebige Skills trainieren, aber nicht alle auf einmal. Das heißt konkret, wenn ihr auf die „falschen“ Skills setzt, werdet ihr immer schwächer als andere Charaktere gleicher Klasse sein, welche auf die „richtigen“ Skills gesetzt haben. Meines Erachtens ein fataler Fehler im Balancing, welcher so wirklich nichts in einem RPG verloren hat.
Kommen wir zum nächsten Designschnitzer, den Berufen. Ihr könnt Bäume fällen, Rohstoffe abbauen und dergleichen mehr. Hier jedoch besser zu werden ist alles andere als spaßig: stundenlanges, sinnfreies Farmen in der Gegend um dann endlich einen Level aufzusteigen und zukünftig eine zehntel Sekunde schneller im Abbau zu sein ist sehr frustrierend. Bitter: nur wer sich das antut kann auch wirklich seltene, extrem starke Gegenstände, Waffen und Rüstungen sein Eigen nennen.
Die Präsentation
Wie Anfangs erwähnt wurde Dofus vollständig in Flash entwickelt und daher überrascht es wenig, dass die Präsentation vollkommen in 2D gehalten wurde. Dafür bekommt ihr jedoch eine wunderschön gezeichnete, liebevolle und im Animé-Stil gehaltene Optik mit hübschen Animationen und netten Details geboten. Gegen Genreprimen wie World of Warcraft aber natürlich kein Vergleich. Vorteile des technischen Unterbaus sind in diesem Fall aber dafür geringe Hardwareanforderungen und Multiplattformunterstützung.Die Musik passt sich dem jeweiligen Setting an, wiederholt sich aber zu schnell und oft und animiert schnell dazu diese abzudrehen. Soundeffekte und ähnliches gehen in Ordnung, stellen aber ebenfalls kein Highlight dar.
Fazit
Mit Dofus liefern die Ankama Studios ein erfrischend anderes MMORPG ab, welches mit liebevoll gezeichneten Welten, hübschen Animationen, einem taktisch fordernden Kampfsystem und vielen Möglichkeiten sowie einer großen Community überzeugen kann, deren Wünsche sich die Entwickler auch wirklich zu Herzen nehmen.Wenig begeistert war ich jedoch von teils gravierenden Patzern im Design bei Teamplay, Skilling und Crafting. Hier müssen die französischen Jungs und Mädels definitiv noch nachbessern! Ansonsten sei allen RPG-begeisterten, weniger anspruchsvollen Macianern der Blick in den kostenlosen Einstieg in die Welt von Dofus zu empfehlen, alle anderen sollten lieber bei World of Warcraft bleiben.

POSITIV
- erfrischend anders
- taktisch-strategisches Kampfsystem
- liebevolle Präsentation
- taktisch-strategisches Kampfsystem
- liebevolle Präsentation
NEGATIV
- Kämpfe teils unfair
- Skilling ist Glückssache
- Berufssystem extrem eintönig
- Skilling ist Glückssache
- Berufssystem extrem eintönig
75%
Grafik:
Sound:
Netzwerkspiel:
Schwierigkeit:
Sound:
Netzwerkspiel:
Schwierigkeit:
gut
mittel
gut
mittel
mittel
gut
mittel
| MINIMUM | STANDARD | OPTIMUM | TESTRECHNER |
| G4 700 Mhz 256 MB RAM Internet-Browser Flash-Plugin |
G4 1 Ghz 384 MB RAM Internet-Browser Flash-Plugin |
G4 1,2 Ghz 512 MB RAM Internet-Browser Flash-Plugin |
iMac G5 2,1 Ghz 1024 MB RAM Radeon X600XT Mac OS X 10.4.10 |
* Diese Angaben beziehen sich auf den Zeitpunkt als der Artikel geschrieben wurde. Eventuell stehen auf der Homepage des Herausgebers bzw. Entwicklers Updates für "Dofus" bereit.





