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Fable - The Lost Chapters

Testbericht von Harald

Entwickler: Lionhead
Herausgeber: Feral
System: Mac OS X*
Erschienen: Frühjahr 2008 in Deutsch
Plattform: PPC / Intel*
Genre: Adventures / RPG
sonstige Kosten: keine
Kaufpreis: 35-40 ¤
Demo: n.v.
Freigabe: ab 12 Jahren, Infos zur USK
„Ein wohl bekannter Held zu werden bedeutet, große Taten zu vollbringen und etwas Geringeres als Größe zu erlangen heißt, fast nichts erreicht zu haben. Ihr müsst verstehen, dass es für die Gilde nicht von Belang ist, ob ihr durch Gutes oder Böses zu Größe gelangt. Nein, es geht vielmehr um die Bekanntheit, die man sich durch seine Handlungen – ungeachtet jeglicher moralischer Bewertungen – erwirbt.“ Mit diesem Vorwort des Gildenmeisters beginnt das sehr gut gemachte 32-seitige Handbuch von Fable und könnte dabei das Spiel in seinem Kern nicht besser beschreiben. Dabei musste das sehr ambitionierte Rollenspiel mit dem ursprünglichen Namen Project Ego bis zu seiner Premiere auf der Xbox im Jahre 2004 ganz schön „federn“ lassen. Ja, Entwickler Peter Molyneux hatte großes vor mit dem Titel. Von einem innovativen Spielkonzept, eingebettet in einer bisher nicht da gewesenen Größe und Technik sprach der Stardesigner und musste am Ende der Entwicklung eine Entschuldigung nachreichen. Denn Fable ist in vielen Belangen kleiner und konventioneller geworden als versprochen, aber nicht unbedingt schlechter. Die typischen Molyneux‘en Kernelemente haben nämlich überlebt und prägen das Spiel bis zur letzten Minute. Doch genügt das für ein über Wochen fesselndes Abenteuer oder siegt am Ende die Erkenntnis, dass Anspruch und Wirklichkeit manchmal weit voneinander entfernt sind? Für Mac OS X und Windows erschien die "The Lost Chapters"-Version, die über einen erweiterten Spielinhalt gegenüber der ursprünglichen Xbox-Version verfügt.

Gut oder Böse?

Es ist Morgen, irgendwo im Lande Albion begegnen wir einem namenlosen Jungen in einem Dorf namens Oakvale mit ebenso namenlosen Nachbarn. Und diese Anonymität ist kein Zufall, denn Molyneux weiß, Helden gibt es überall und so führen wir den Knaben durch sein erstes einschneidendes Abenteuer. Dieser muss hilflos mit ansehen, wie das ganze Dorf von Räubern niedergebrannt wird, sein Vater ermordet und Mutter sowie Schwester entführt werden. Dass der Grund für diesen Überfall ausgerechnet der Junge selbst ist, ahnt dieser freilich nicht und bevor die Räuber auch ihn niederstrecken, nimmt sich ein Magier seiner an und bringt den zitternden und verstörten Jungen in eine Kämpfergilde, wo eine lange und harte Ausbildung auf diesen warten. Die Zeit des Lernens erleben wir ebenso als solche mit. Der Gildenmeister bringt uns all die Griffe, Zauber und Schläge bei, welche unser Überleben sichern sollen und ehe die Lehrjahre vorbei sind, haben wir alle notwendigen Spielmechanismen erlernt. Genau so wünscht man sich ein Tutorial!

Und während sich unser Held auf den Weg macht, den Rest seiner Familie zu finden, erleben wir in jeder Begegnung, worauf Molyneux in diesem Spiel hinaus will. Denn stets werden wir vor die Wahl gestellt, ob wir als Retter oder Bösewicht in die Geschichte Albions eingehen möchten. Selbstverständlich helfen gute Helden der Bevölkerung, sind höflich und mutig, während die böse Variante Häuser ausraubt und unbescholtene Bürger ermordet. Diese Entscheidungen haben nicht nur Konsequenzen auf das Verhalten gegenüber dem Helden, sie spiegeln sich auch im Aussehen wieder. So umgibt den strahlenden Helden bald ein Heiligenschein. Die Schmetterlinge flattern um das Antlitz des Ruhmreichen und die Bürger rufen freudig seinen Namen, tanzen und klatschen und erzählen sich die Heldentaten vergangener Tage: „Habt ihr schon gehört, wie dieser Mann ein ganzes Dorf von Räubern befreit und dem Bauern seine Ernte gesichert hat? Was für ein Held!“ Kinder kommen und bitten um Rat und jeder Bewohner grüßt ehrfurchtsvoll. Wem dieses Bilderbuchleben nicht zusagt, wählt die dunkle Seite und trägt statt eines Heiligenscheins bald Hörner. Die Augen glühen und alle Bewohner Albions rennen schreiend weg oder versuchen euch zu verjagen. Ein interessantes Konzept, welches in seiner Konsequenz allerdings nicht zu Ende geführt wurde. So muss ich mich bei vielen Quests zu Beginn entscheiden, welchen Weg ich gehen möchte. Warum darf ich diese Wahl nicht im Laufe des Spiels treffen und aus der Situation entscheiden? Als Beispiel sei eine Aufgabe genannt, bei der ich mich zu Beginn entscheiden muss, ob ich einen Gefangenen vor den Scharfrichter führen oder den Schurken aus den Fängen von Justitia befreien möchte. So bleibt die Entscheidung sehr theoretisch und ohne persönliche Bindung. Stattdessen hätte man auch Schlüsselszenen einbinden können. Der Mann macht mir ein unwiderstehliches Angebot, überzeugt mich von seinen guten Absichten usw. Zudem habe ich bei vielen Missionen zu wenig Raum, meine böse Ader richtig auszuleben. Dafür ist es eine Freude, die Entwicklung unseres Schützlings zu beobachten. Zauberer bleiben von schmaler Statur während Kämpfer an Muskeln gewinnen und für den Rest ihres Lebens im Kampf erlittene Wunden als Narben tragen. Allerdings vermisse ich auch hier wieder die Konsequenz. Warum altern nur wir? Alle für die Geschichte nicht relevanten Bewohner Albions scheinen aus einem Jungbrunnen zu trinken und sich zudem klonen zu lassen. Denn vielen Gesichtern begegnen wir im Dutzend. Ebenso lieblos behandelte man Charaktere wie Jack of Blades. Der maskierte Zauberer erstaunt durch sein böses Wesen, ohne auch nur im Ansatz zu versuchen, die Beweggründe dieses Handelns zu erläutern. Auch die Dialoge erlauben keinerlei Einflussnahme eurerseits. Dafür geben euch eine Reihe von Ausdrucksmöglichkeiten Kommunikationsformen an die Hand. Rülpst oder furzt euren Gegenüber an, und ihr werdet schnell alleine dastehen. Im Gegensatz dazu ist es geradezu genial, wie sich die Bewohner vom Lachen anstecken lassen und in kurzer Zeit das ganze Dorf schreiend auf dem Boden liegt. Und dabei nehmen die Ausdrucksformen und damit die Interaktionsmöglichkeiten im Laufe des Spiels zu. Bald können wir unsere Gegner verhöhnen, Frauen mit schmeichelhaften Kommentaren den Hof machen oder mit Tanzformen Menschen erheitern. Nichts scheint unmöglich in Fable und wie im Richtigen Leben heißt es auch hier: „Der Ton macht die Musik“. Wer Leute beleidigt oder anpöbelt, wird schnell an Ansehen verlieren und sei er ein noch so großer Held.

Heldenalltag

Auch Helden werden nicht über Nacht geboren, sondern reifen durch Erfahrung. Das ist in Fable nicht anders und so verlieren unsere Gegner mit ihrem Ableben Angriffs- bzw. Erfahrungskugeln. Diese werden dann eurem Allgemein-, Stärke-, Willenskraft- und Fertigkeitenkonto gut geschrieben. Damit erlernt ihr in der Heldengilde, zu der ihr euch jederzeit teleportieren könnt, neue Zauber oder erweitert euer Stärke- und Überlebenskonto. Diese Kugeln müssen, ähnlich wie bei Onimusha, aufgesammelt werden, bevor sie verschwinden. Verfügt ihr beim Erlernen neuer Fähigkeiten nicht über genügend entsprechende Punkte, werden diese aus dem Pool der „Allgemeinen Erfahrung“ entnommen. So habt ihr jederzeit die Wahl, ob ihr euch lieber im Bogenschießen verbessern oder doch auf eure Zauberfähigkeiten bauen wollt.

Während ihr die Geschichte selbst in knapp 15 Stunden bewältigen könnt, bieten euch die Nebenquests ein Vielfaches an Beschäftigung und Abwechslung. Denn bei den Aufgaben haben die Entwickler großen Wert auf Vielseitigkeit gelegt und bescheren euch von Aufgaben wie einer Farmbefreiung von Insekten über die Eskorte einiger Händler durch einen von Räubern belagerten Wald allerhand Missionen. Und diese sind auch lebendig und mit Augenzwinkern gestaltet. So labert euch der Händler während der Reise die Ohren voll, wie schön der Wald sei bzw. dass das Ziel der Reise einen wunderschönen Brunnen hätte usw. Geht ihr zu schnell, fängt euer Begleiter an zu protestieren. „Lauft nicht so schnell, ich bin ja ganz außer Atem!“ hallt es da in vorwurfsvollem Ton von hinten und wehe, ihr passt nicht gut auf die Quasselstrippe auf. So geht euer Handgeld am Ende flöten und ihr erhaltet in dem genervten Händler einen schlechten Leumund, was wiederum eurem Rufstatus schadet. Die Quests bekommt ihr in der Heldengilde über eine überdimensionale Landkarte. Allerdings stehen euch nicht alle Aufgaben von Beginn an frei. Habt ihr nicht den nötigen Ruf für die Quest, lehnen die Auftraggeber euer Mitwirken ab. Weitere kleinere Nebenquests bekommt ihr durch Gespräche mit den Bewohnern Albions und die haben es in sich. Sucht nach Pilzen um einer Zauberin zu ermöglichen, einen Heiltrank für einen kranken Jungen zu brauen oder verschafft euch eine neue Frisur, um einem Vater den Gefallen zu tun, seiner Tochter ein Lachen zu entlocken. All das ist möglich in Fable und zeigt, wie vielseitig und abwechslungsreich dieses Spiel ist.

Alles eine Frage der Klasse

Sehr schön gelöst sind die Klassenübergänge. So verlaufen diese zwischen Bogenschütze, Magier, Dieb, Krieger usw. stets nachvollziehbar und dynamisch. Kämpft ihr euch lieber mit Schwert und Axt durch, steigen die Stärkepunkte. Bei Pfeil und Bogen hingegen gewinnt der Geschicklichkeitswert. Diese Werte verteilen sich wiederum auf untergeordnete Fertigkeiten wie Kraft, Zähigkeit, Geschwindigkeit, Präzision und Intelligenz. Magier hingegen sammeln Magiepunkte mit denen sie ihren Mana-Pool auffrischen. Das erlaubt auch einen Wechsel der Klassen während des Spiels und eine variable und den Gegebenheiten angepasste Spezialisierung. Wer beim Spiel das Risiko nicht scheut, wartet mit dem Sammeln der Erfahrungsbälle, bis deren Wert durch den so genannten Kampfmanipulator steigt. Der wächst bei schnell aufeinander folgenden Treffern. Doch solltet ihr euch nicht zu lange Zeit lassen, da die Kugeln ohne Warnung nach kurzer Zeit verschwinden. Willkommene Verstärkung finden wir auch in Albions Schatztruhen, welche oft in den entlegensten Ecken verwinkelter Höhlen auf euch warten. Dort finden sich neben wertvollen und sehr effektiven Hand- und Schusswaffen auch diverse Juwelen. Diese werten nicht nur besagte Waffen auf, sondern füllen im günstigsten Fall auch den Mana- und Lebensvorrat, vermindern die gegnerische Widerstandskraft oder richten großen Schaden untern den Untoten und Werwölfen an. Es lohnt also, sich die sehr verspielte und stimmige Landschaft genau anzusehen und auch mancher vermeintlichen Sackgasse zu folgen.

Auch ein Held braucht mal Freizeit

Wer der vielen Prügelei müde wird, findet in Albion viele Arten der Unterhaltung und Zerstreuung. So kommen auch Rätsel zu ihrem Recht. Über die ganze Welt verstreut finden sich Tore, welche mit kryptisch verschlüsselten Anweisungen euer Gehirn in Schwung bringen sollen. So lässt euch ein Wächter nur passieren, wenn ihr verheiratet seid, ein anderer fordert eine böse Tat von euch und ein dritter erwartet einen Ritter in einer glänzenden Rüstung. Als Belohnung winken Höhlen mit wertvollen Überraschungen. Aber auch die Interaktion mit den NPCs kann euch Stunden beschäftigen. Imponiert den Dorfbewohnern doch zum Beispiel mit euren Muskeln oder dankt ihnen für ihren Beifall. Flirtet mit der holden Weiblichkeit und beschenkt diese mit Rosen, Pralinen oder teurem Schmuck. Und diese Aktionen sind alles andere als reiner Selbstzweck, denn die Angebetete kann sich durchaus empfänglich zeigen und ihr Herz an euch verlieren. Das führt dann auch schon einmal zur Hochzeit. Zieht ihr jetzt noch in euer eigenes Haus inmitten eines idyllischen Dorfes, steht dem Glück nichts mehr im Wege. Na ja, fast nichts. Denn Kinder könnt ihr keine bekommen und kümmert ihr euch nicht intensiv um die Dame, steht auch schnell wieder die Scheidung an, was eurem Ruf beträchtlich schadet. Damit ihr euch Häuser und Schmuck auch leisten könnt, heißt es natürlich erst einmal Geld verdienen. Und auch hier sind die Möglichkeiten vielfältig. Vermietet eure Häuser, geht auf Goldsuche oder versucht euch im Glücksspiel. Und wem das alles zu anstrengend ist, der setzt sich einfach auf eine Bank und beobachtet das Leben um ihn herum. Während die Dorfbewohner lachen, handeln und grüßen, legt sich ein tiefes Blau der Abenddämmerung über das Land. Die Wachen der Stadt wandeln durch die Gassen und zünden die Laternen am Wegesrand an. Mütter rufen ihre Kinder zum Abendbrot und langsam wird es Nacht in Albion. Am nächsten Tag weckt das kühle Morgenlicht die schlafende Bevölkerung. Die Sonne wirft einen ersten Blick auf die märchenhafte Kulisse und Händler beginnen ihr Tagesgeschäft. All das vermittelt eine perfekte Illusion einer lebendigen und atmenden Welt, die sich kitschig, aber dabei stets glaubhaft ihr Leben sucht. Aber auch euer Äußeres dürft ihr nach Herzenslust verändern. Kauft euch neue Kleidung, wählt eine neue Frisur oder lasst euch mit kernigen Tätowierungen verschönern. Der Kommentar manch vorlauter Passanten wird euch gewiss sein. So strotzt das Spiel geradezu vor liebevollen Details, welche allerdings keinen Einfluss auf den Fortgang eures Abenteuers haben und damit werden wohl viele Spieler keine Motivation in diesen Elementen finden und schnell wieder zum Tagesgeschäft zurückkehren.

Deutsch zum Hinhören

Auch wenn die deutsche Version nicht ganz mit dem typisch englischen Humor und den Nuancen der Originalfassung Schritt halten kann, so darf man die lokalisierte Fassung doch als rundum gelungen bezeichnen. Die Sprecher schaffen es, die Charaktere gut in Szene zu setzen und machen einen sehr engagierten Job. Zahlreiche bekannte Synchronsprecher verzaubern den Spieler auch akustisch und die Musik steht dem in nichts nach. Mal sphärisch ruhig, dann wieder mit leicht irisch und britisch folkloristischen Anleihen findet die Musik stets den richtigen „Ton“, um die Handlung passend zu untermalen. Ebenfalls positiv fiel auf, wie perfekt die Stimmen im Raum platziert und mit dem passenden Hall unterlegt wurden. Diese Sorgfalt findet man leider nicht in jedem Titel.

Schlagende Argumente

Fable schlägt sich beim Kampfsystem eindeutig auf die Seite der Action-Rollenspiele und spielt sich recht unkompliziert. Die anfänglich erlernten Fähigkeiten im Ausweichen und Parieren vergisst man recht schnell wieder, denn das Spiel funktioniert meistenteils nach dem „Hack & Slay“-Prinzip, was übersetzt so viel wie unkompliziertes Mausgeklicke bedeutet. In der Praxis sieht das so aus: Visiert einen weit entfernten Gegner mit dem Bogen an und versucht, mit einem Kopfschuss dem Widersacher ein schnelles Ende zu bereiten. Sollte das nicht genügen bzw. mehrere Feinde auf euch zu stürmen, schwenkt ihr auf Zauberangriffe um und zieht zum Nahkampf die entsprechende Waffe. Dann folgt wildes links (Standardschläge) und rechts (Endstoß) Geklicke bis die Feinde niedergestreckt sind. Und das will ich nicht negativ verstanden wissen. Die Animationen und Effekte setzten die Kämpfe sehr schön in Szene und sorgen für jede Menge Spaß. Allein besonders große Brocken wie ein Erdmulch oder das Oberhaupt der Räuberbande erfordern etwas taktisches Denken und verlangen dem Spieler das Suchen nach Schwachstellen ab. Vielleicht liegt der Spaß aber auch gerade in der eleganten Mischung aus Prügelspiel und dem stets spürbaren Charme eines epischen Rollenspiels.

Nicht so gelungen ist allerdings der Gebrauch des Inventars. Zwar lassen sich wichtige Ausdrucksformen wie „Folge mir!“ oder höhnisches Lachen als Tastaturkürzel ablegen, doch finden wir alle Gegenstände in einem vielfach verzweigten Textmenü. Gerade diese nüchterne Darstellung will überhaupt nicht zum Charme des Spiels passen und zieht den Spieler immer wieder aus Albion. Die Steuerung selbst hingegen funktioniert nach dem altbewährten „WASD“-Prinzip in Kombination mit der Maus als Richtungsweiser. Ergänzt wird dieses durch die Leertaste für „Ziel anvisieren“, „E“, und „Q“ für die Waffenwahl und der Tabulatortaste für Gespräche bzw. Auswahl eines Gegenstands usw. Auch dies geht flott von der Hand und prägt sich nach wenigen Minuten ein.

Wegtreu

„Fable bietet grafisch alles, was eine lebendige und innovative Welt braucht. In diesem Spiel könnt ihr sogar den Bäumen beim Wachsen zusehen!“ Viele Ankündigungen seitens Peter Molyneux blieben leider Wunschdenken und mussten sich technischen und kalkulatorischen Hindernissen beugen. Die Bereiche sind sehr klein und schnell durchwandert. Häufiges Nachladen und die stark eingeschränkten Pfade, begrenzt durch oft unsichtbare Wände, nehmen das Gefühl, in einer unbegrenzten Welt unterwegs zu sein. Dazu gesellen sich einige Grafikfehler und die immer gleichen Charaktere. Auch wirken die Animationen für heutige Verhältnisse oft grob, aber all diese Kleinigkeiten sind schnell vergessen, denn die weiche Lichtstimmung und der Look, irgendwo zwischen World of Warcraft und Anime-Rollenspielen, gespickt mit schönen Zaubereffekten machen die Unzulänglichkeiten mehr als wett. Gerade bei der Weltgestaltung darf man den Designern ein großes Lob aussprechen. Stets hat man das Gefühl, die Welt könne wirklich so aussehen und alle Pflanzen stehen, wo sie auch von Natur aus gewachsen wären. Dazu die schönen Feuereffekte und wir glauben, was wir sehen.

Fazit

Nein, Fable ist kein reinrassiges Rollenspiel geworden und nein, das Spiel kann es auch nicht mit Genregrößen wie Knights of the Old Republic, Oblivion  oder Morrorwind aufnehmen und muss das auch gar nicht. Denn Fable überzeugt trotz der angesprochenen Mängel voll und ganz. Das Spiel versteht es perfekt, den Abenteurer nach Albion zu ziehen und dort auch zu halten. Stets ertappe ich mich dabei, den Menschen bei ihrem Tagewerk zuzuschauen und mich in den liebevollen Details zu verlieren. Fable gehört in jede Action-Rollenspiel Sammlung vorausgesetzt, man genießt das Spiel und rennt nicht durch die Story. Denn dann schrumpft Fable schnell auf ein kurzes und handlungsarmes Spielvergnügen ohne Höhepunkte. Ich freue mich jedenfalls schon auf den zweiten Teil.

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POSITIV
- lebendige Welt
- atmosphärische Grafik
- abwechslungsreich
- differenziertes Skilling-System
NEGATIV
- immer wieder gleiche NPCs
- umständliche Menüführung
- Motivation bleibt oft im Unklaren
82%
Grafik:
Sound:
Netzwerkspiel:
Schwierigkeit:
sehr gut
sehr gut
(n.v.)
mittel
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MINIMUM STANDARD OPTIMUM TESTRECHNER
G4 1,6 Ghz
512 MB RAM
64 MB Grafikkarte
3 GB Festplatte
Mac OS X 10.4.8
G5 2 Ghz
1024 MB RAM
128 MB Grafikkarte
Mac OS X 10.5.2
Intel Core 2 Duo
2 Ghz
1536 MB RAM
256 MB Grafikkarte
Mac OS X 10.5.2
MacBook Pro
2 Ghz
2048 MB RAM
Radeon X1600
Mac OS X 10.5.3

* Diese Angaben beziehen sich auf den Zeitpunkt als der Artikel geschrieben wurde. Eventuell stehen auf der Homepage des Herausgebers bzw. Entwicklers Updates für "Fable - The Lost Chapters" bereit.