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Guitar Hero 3 - Legends of Rock

Testbericht von Daniel

Entwickler: Neversoft
Herausgeber: ASH
System: Mac OS X*
Erschienen: Frühjahr 2008 in Deutsch
Plattform: Intel*
Genre: Fun / Kinderspiele
sonstige Kosten: keine
Kaufpreis: 80-90 ¤
Demo: n.v.
Freigabe: ab 12 Jahren, Infos zur USK
Den Traum vom Superstar haben heute wohl mehr Teenager als jemals zuvor. Einmal vor einem großen Publikum stehen und sein Talent zum Besten geben und dann in der Bewunderung der jubelnden Fans baden. Selten aber wird dieser Traum wahr, was man in schöner Regelmäßigkeit in den Medien der letzten Jahre beobachten kann. Für alle, die trotzdem mal das eigene Talent auf den Prüfstand stellen möchten, ohne dass die Menge schreiend das Weite sucht, haben sich die Spieleentwickler in letzter Zeit einiges ausgedacht. Von Partyspielen wie Karaoke über Tanzspiele bis hin zu Spielen, die es erlauben mit der Gitarre mal so richtig abzurocken. Um letzteres handelt es sich auch bei Guitar Hero 3 – Legends of Rock, eines der wenigen Musikspiele für den Mac überhaupt. Höchste Zeit also, das Spiel mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Die leicht andere Spieleverpackung

Was wohl als erstes auffällt, ist die etwas größere Spielverpackung, denn mit Guitar Hero kommt nicht einfach nur das Spiel auf DVD, mitgeliefert wird auch ein Gitarren-Controller. Dieser hat ein Größenverhältnis von 3:4 zu einer echten Gitarre und verfügt über fünf verschiedenfarbige Grifftasten, einem Anschlagschalter, einem Tremolo, sowie einige Steuerungstasten. Mit den Computer lässt er sich dann über einen USB 1.1 Anschluss verbinden und mit einem verstellbaren Gurt könnt ihr euch das gute Stück umhängen. Dazu kommt noch ein ganzer Haufen Aufkleber, mit denen sich die Gitarre verschönern lässt. Ein kleines Handbuch mit den nötigsten Erklärungen ist natürlich ebenfalls Teil des Paketes.

Fast wie Eric Clapton oder Metallica, aber nur fast

Ist die Gitarre angeschlossen und das Spiel installiert, kann es auch schon losgehen. Am besten fangt ihr mit dem Tutorial an, in dem der Gitarrengott und der Gitarrendevil höchstpersönlich die Grundlagen des Spiels erklären. Gottes Werk und Teufels Beitrag sozusagen. In den verschiedenen Songs, die ihr später spielen werdet, übernehmt ihr dann jedes mal die Rolle des Gitarristen.
 
Einfach so zu jedem x-beliebigen Song mit der Gitarre spielen kann vielleicht Santana, aber sicher nicht der Otto-Normal-Mac-User. Deshalb gibt es Noten. Aber nicht die Noten aus dem Schulmusikunterricht, die man eigentlich nie ganz verstanden hat, sondern spezielle Guitar Hero Noten. Ihr bekommt eine Art Fließband mit farbigen Noten vorgesetzt und müsst im richtigen Moment die entsprechende Taste auf dem Controller drücken und gleichzeitig den Anschlag bedienen, um der Note auch einen Klang zu geben.

Trefft ihr die Noten nicht im richtigen Moment oder zupft zu spät, hört ihr das nicht nur gleich, es zeigt sich sogar auf dem soggenannten Rock-O-Meter. Diesen solltet ihr besser im grünen Bereich halten. Andernfalls übertönen die Buh-Rufe des Publikums schon mal die eigene Musik. Die Anzahl der richtigen „Treffer“ hintereinander und der daraus resultierende Score, werden ebenfalls angezeigt und ist nicht unwichtig. Umso besser ihr abschneidet, umso mehr Credits bekommt ihr am Ende eines Auftritts. Von Zeit zu Zeit gilt es auf dem Fließband auch einige glühende Noten zu treffen. Habt ihr davon genügend, könnt ihr durch hochziehen der Gitarre und gleichzeitigem Drücken des Tremolo die Star-Power aktivieren, die euch nicht nur doppelte Punktzahl, sondern auch euer Publikum zum Ausflippen bringt.

Sehr schön ist übrigens, wenn ihr trotz Tutorial noch Probleme mit der Steuerung habt, jeden Teil eines Songs extra in verschiedenen Geschwindigkeiten üben könnt. So lernt es wirklich jeder!

Mit der eigenen Band bis zum Augenversagen rocken...

Ist das grundlegende Tutorial durch, wisst ihr genug, um ein erstes Konzert im Karrieremodus zu geben. Hier kämpft ihr euch Stück für Stück als Newcomer-Band von euren Garagentagen bis hoch zum Rock-Olymp und müsst nebenbei sogar dem Devil höchstpersönlich Paroli bieten. Die Story, wenn man überhaupt davon sprechen kann, wird dabei mit kurzen, aber gelungenen Tricksequenzen vorangetrieben. Nachdem ihr eine Location gemeistert habt, steht entweder ein Zugabensong oder eine Boss-Schlacht auf dem Plan.

In den Schlachten, in denen ihr gegen Rocklegenden wie Slash von Guns N' Roses und Velvet Revolver oder Tom Morello von Audioslave antreten dürft, müsst ihr euerm Gegenüber zeigen, dass ihr der wahre Rockgott seid. Dafür spielt ihr abwechselnd deftige Riffs, die euch zu Powerups verhelfen, mit welchen ihr eurem Gegner das Leben schwer machen könnt. So könnt ihr seinen Schwierigkeitsgrad kurzzeitig erhöhen, eine seiner Saiten reißen lassen oder auch sein Tremolo verrückt spielen lassen. Eine nette Dreingabe, wenn es auch im ganzen Spiel nur drei solcher Schlachten gibt.

Je nachdem, welche der vier Schwierigkeitsstufen ihr zu Beginn einer Karriere wählt, sind es mehr oder weniger Noten in schnellerer oder langsamerer Reihenfolge im Spiel. Die Notenfolge ist zu Beginn der Karriere noch relativ leicht. Später geht es dafür richtig ab. Wie auch im echten Gitarristen-Leben heißt es auch bei Guitar Hero 3 „Übung macht den Meister“. Ich konnte mich innerhalb weniger Tage immer wieder selbst übertreffen und auch die Schwierigkeitsstufen höher stellen, so dass ich auch kein Spaß am Spiel verlor. Bis auf eine Ausnahme: Nach wie vor verstehe ich nicht, wie es ein Mensch dieses Planeten schaffen kann, in der Profistufe zu spielen. Die Noten rasen in so schneller Abfolge über den Bildschirm, dass selbst die Reaktionszeit meines iMacs nicht gut genug ist, um sie ohne einen Schweif darzustellen zu können. Das macht es extrem schwer, sich überhaupt auf die Noten zu konzentrieren. Und wo wir gerade beim Thema sind: Die Augen werden ohnehin stark beansprucht. Nach zwei, drei minutenlangem Spielen und damit verbundenen Starren auf den Bildschirm, sind meine Augen von dem Tunnelblick so mitgenommen, dass, ganz ernsthaft, die Wände meines Zimmers anfangen sich zu wölben. Wahrscheinlich einfach nur eine optische Täuschung. Danach weiß ich jedenfalls immer, jetzt hast du mal wieder richtig abgerockt.

Für eure Auftritte im Karrieremodus verdient ihr, wie bereits erwähnt, virtuelles Geld, je nachdem wie gut ihr eure Aufgabe meistert. Damit wiederum könnt ihr zahlreiche Extras freischalten, darunter rund 25 Bonussongs, neue Gitarren und Lackierungen sowie neue Charaktere und deren Outfits. Jede Menge Motivation also, den Karrieremodus auf allen Schwierigkeitsgraden zu bestreiten.

Zusammen abrocken macht noch mehr Spaß

Neben der Karriere bietet das Spiel einen Koop-Modus, in welchem jeweils ein Spieler Bass oder Gitarre übernehmen kann. Ihr dürft sogar die gesamte Karriere mit einem Freund durchspielen. Auch vorhanden sind Duellmodi für den Offline-Betrieb, bei denen ihr zwei Gitarren-Controller anschließt, oder einer den Controller bedient und der andere die Tastatur und Maus.

Wem es nicht reicht, vor dem heimischen Monitor mit Freunden abzurocken, der darf auch im Internet antreten und bekommt einen erfreulich umfangreichen Mehrspieler-Modus vor die Nase gesetzt. Neben dem schnellen Spiel für Zwischendurch erwarten euch Ranglistenduelle sowie benutzerdefinierte Spiele, bei denen vor allem die Modi Duell und Schlacht angesagt sind. Etwas schade ist, dass der Karrieremodus nicht auch online im kooperativen Modus spielbar ist. Enttäuschend ebenso, dass die umfangreichen Turnier- und Ranking-Funktionen auf der offiziellen Website (bisher zumindest) nur für die Konsolenvarianten angeboten werden, nicht aber für Mac und PC. Das heißt, die Highscores werden in der Weltrangliste aller Guitar Hero 3 Versionen nicht berücksichtigt.

Trotz alledem macht es wahnsinnig Spaß zu zweit ein Hauskonzert zu veranstalten. Besonders, wenn beide Spieler einen Gitarren-Controller zur Hand haben. Schließlich funktionieren die Konsolen-Gitarren-Controller auch am Computer.

Über 70 Kracher und das ist noch nicht alles, oder doch?

Wirklich gelungen ist die Songauswahl. Weit über 60 Titel aus allen Zeiten der Rockgeschichte sorgen für viel Abwechslung. Darunter viele Originale, aber auch einige gut gemachte Covers. Nicht zu unrecht trägt das Spiel den Beinamen „Legends of Rock“. Einige Bands, wie die legendären Sex Pistols, haben sogar extra Songs für das Spiel neu aufgenommen. Weitere Interpreten sind Alice Cooper, Cream, Santana, Metallica, oder Tenacious D, die ich persönlich schon länger verehre. Aber auch nationale Bands sind vertreten – so zum Beispiel die Toten Hosen mit „Alex“.

Sollten euch die Songs aus der Kampagne irgendwann mal auf die Ohren gehen, könnt ihr euch im Spiel-internen Shop neue Platten kaufen. Vorausgesetzt ihr hab genügend Kleingeld bei euren Auftritten gemacht. Wer dann immer noch nicht genug hat, kann sich direkt im Spiel weitere Songs herunterladen. Obwohl, na ja. Jedenfalls sollte man das können. Gehe ich jedoch auf den entsprechenden Menüpunkt, wird mir nur mitgeteilt, dass die Downloads bald verfügbar sein sollen. Nach mehr als drei Monaten auf dem Markt, sollte das eigentlich schon längst funktionieren. Schade eigentlich!

In Sachen Soundkulisse muss sich Guitar Hero 3 aber nicht verstecken. In den Menüs hört man bereits Musik eines (noch) entfernten Konzertes und auch die Soundeffekte beim Verspielen sind bestens ins Spiel eingebaut. Die Stimmung des Publikums kommt ebenfalls gut rüber.

Optik

Die Grafik ist in einem Musikspiel ja eigentlich Nebensache. Nichtsdestotrotz haben sich die Entwickler entschlossen dem Visuellen einen besonderen Stellenwert im Spiel zu geben. An vielen Stellen ist ihnen das auch gut gelungen, an anderen wiederum nicht. Die Zuschauer in Computerspielen waren ja schon immer ein Thema für sich. Wer Fußballspiele spielt, weiß was ich meine. Das Publikum ist bei Guitar Hero 3 nicht nur fast komplett gleich gekleidet, sie „rocken“ auch noch synchroner zueinander ab, als das die weltbesten Synchronschwimmer es könnten.

Auf der anderen Seite sind die zwölf Spielcharaktere zum Teil herrlich überzogene Parodien bekannter Rockstarklischees. Vom Poser über den nietenbepackten Metaller ist für jeden etwas dabei. Auf der Bühne zappeln die Figuren dann munter und sehr genau zu den jeweiligen Songs herum. Zum Glück haben diese dann ein paar mehr Moves drauf, als das eintönige Publikum. Aber nicht nur die virtuelle Band kann glänzen. Die gute Kameraführung gibt euch tatsächlich das Gefühl, ein professionell gefilmtes Konzert anzuschauen. Wenn man nicht gerade selbst spielt, rockt es auch schon einfach mal nur zuzuschauen.

Das alles frisst dann aber leider doch recht viele Ressourcen. Man glaubt es kaum, aber auf einem MacBook Pro mit Radeon X1600, auf dem ich Guitar Hero mal antesten konnte, läuft es mit nativer Auflösung nur in den niedrigen Detaileinstellungen. Andernfalls verhindern die Ruckler jede Gitarren-Session. Das gute daran ist, dass sich die einstellbare Grafikdetails „niedrig“ und „hoch“ optisch kaum unterscheiden lassen. 16:10 wird übrigens auch unterstützt, was meinen iMac freut, der mit nativer Auflösung und vollen Details bestens klarkommt.

Es gibt noch ein paar weitere Kleinigkeiten, die mir positiv aufgefallen sind. Zum Beispiel lässt sich eine gewisse Verzögerung in Millisekunden einstellen, die das Spiel bzw. die Hardware braucht, um auf die Eingaben der Tasten zu reagieren. Das kann auf langsameren Systemen sicherlich hilfreich sein. Auch haben die Entwickler erfreulicherweise daran gedacht, dass der ein oder andere Spieler zwischendurch mal auf Programme jenseits des Vollbildmodus zugreifen möchte. Mit cmd + Tab wechselt Guitar Hero in den Fenstermodus und verschwindet im Hintergrund. Und mit der gleichen Tastenkombination steht man sofort wieder auf der Bühne. Danke Aspyr!

Fazit

Eine erstklassige und vor allem umfangreiche Songauswahl, ein paar neue Ideen sowie die sehr gute Spielbarkeit lassen Guitar Hero 3 als ersten kommerziellen Ableger seiner Art auf dem Mac glänzen. Wer auf rockige Musik und etwas Abwechslung in der Shooter-Spielelandschaft steht, sollte zugreifen.

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POSITIV
- hoher Spaßfaktor, besonders zu zweit
- umfangreicher Trainigs- und Übungsmodus
- super Atmosphäre zum Mitrocken
- sehr kurze, bis gar keine Ladezeiten
NEGATIV
- versprochener Download neuer Songs funktioniert selbst Monate nach Veröffentlichung nicht
- Koop-Karriere nicht online spielbar
82%
Grafik:
Sound:
Netzwerkspiel:
Schwierigkeit:
gut
sehr gut
gut
mittel
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MINIMUM STANDARD OPTIMUM TESTRECHNER
Intel Core Duo
2 Ghz
1024 MB RAM
128 MB Grafikkarte
Mac OS X 10.4.10
DVD-Laufwerk
Intel Core 2 Duo
2 Ghz
1536 MB RAM
128 MB Grafikkarte
Mac OS X 10.5
Intel Core 2 Duo
2 Ghz
1536 MB RAM
256 MB Grafikkarte
Mac OS X 10.5.2
iMac 24"
Intel Core Duo 2,16 Ghz
1536 MB RAM
GeForce 7600 GT
(256 MB)
Mac OS X 10.5.2

* Diese Angaben beziehen sich auf den Zeitpunkt als der Artikel geschrieben wurde. Eventuell stehen auf der Homepage des Herausgebers bzw. Entwicklers Updates für "Guitar Hero 3 - Legends of Rock" bereit.