Jack Keane
Testbericht von Benjamin
Entwickler: Deck 13
Herausgeber: RuneSoft
System: Mac OS X*
Erschienen: Sommer 2008 in Deutsch
Plattform: PPC / Intel*
Genre: Adventures / RPG
sonstige Kosten: keine
Kaufpreis: 35-40 ¤
Demo: n.v.
Freigabe: ab 6 Jahren, Infos zur USK
Eine geheime Insel namens Tooth-Island im Indischen Ozean? Komische Affen? Ein verschrobener Kapitän? Nanu, das kennen wir doch von einem gewissen Guybrush... Ja, richtig, Guybrush Threepwood der Antiheld aus Monkey Island. Das neue Adventure von den Ankh-Machern schwimmt in den weniger gut befahrenen Gewässern der alten Lucas Art Adventure-Klassiker aus den 90er Jahren. Diesmal treibt zwar kein Geisterpirat namens LeChuck sein Umwesen, aber ein gewisser Mr. T will die Welt mit seinen Tee-fressenden Pflanzen von anderen Teeproduzenten „befreien“. Als Spieler schlüpft ihr nun in die Rolle Jack Keanes, um die Teezufuhr der Königin zu sichern und Mr. T auszuschalten. Dabei helfen euch die bezaubernde Amanda und der schrullige Montgomery.
Technisch gesehen, wurde das Spiel ordentlich portiert. Die Videos und Animationen werden sauber dargestellt und einen Absturz hatte ich während der Testphase nicht. Auch in der Mac-Version wurden Tiefenunschärfe-Effekte und Auflösungen für 16:10-Monitore integriert. Wunderbar! Besonderes Augenmerk sollten alle Spieler auf die Systemanforderungen legen, in denen auch von Intel GMA 950 Kompatibilität und Universal Binary die Rede ist. Auch hier findet sich ein Pluspunkt für das Team von RuneSoft, denn das Spiel läuft sowohl auf älteren Macs mit PPC-Prozessor, als auch auf den Rechnern der nicht gerade verwöhnten MacBook- und Mac mini-Besitzer. Weiterer Kaufanreiz für alle Notebook-Besitzer: Das Spiel läuft ohne DVD im Laufwerk.
Leider hat das Spiel einen unschönen Grafik-Fehler. Möchte man die Detail-Stufe und die Vollbild-Effekte auf manchen Apple-Rechnern (unter anderem auf meinem Testrechner) aktivieren, so werden alle Flächen (außer die der Charaktere) einfach weiß. Auf Rückfrage sagte ein RuneSoft-Mitarbeiter, dass dies an den Treibern von Apple liege und dass man auf Systemen mit anderen Grafikkarten keine Probleme hätte. Musikalisch kann man bei diesem Spiel auch nicht meckern, denn die Soundeffekte unterstreichen harmonisch das Karibik-Flair, der Soundtrack ist sanft von Fluch der Karibik entliehen und die Sprecher sind wirklich famos.
Spritzige Dialoge und großartige Stimmen
Wie alle Adventures aus dem Hause Deck 13 zeichnet sich auch Jack Keane durch einen sagenhaften, rabenschwarzen Humor aus. Dieser zieht sich durch die 13 Kapitel des Spiels, welches damit um einiges länger ist, als die Teile der Ankh-Serie. Was wären aber die besten Dialoge ohne großartige Sprecher? Nichts! Also hat Deck 13 keine Kosten und Mühen gescheut und bekannte deutsche Synchronstimmen für ihre schrägen Charaktere verpflichtet. Darunter die Stimmen von John Cleese, Johnny Depp und Charlize Theron. Neben den Hauptcharakteren zeichnet sich das Spiel besonders durch seine vielen urkomischen Nebencharakteren wie zum Beispiel die beiden britischen Kolonialsoldaten auf Tooth-Island und dem „unverschuldet“-mittellosen Kapitän in Kapstadt. Aber nicht nur die Charaktere und Dialoge sind einsame Spitze, nein, auch die farbenprächtigen und detailreichen Schauplätze lassen immer wieder das gute alte Monkey-Island-III-Gefühl aufkommen. Die Vorraussetzungen für die inoffizielle Monkey-Island-Nachfolge sind alle gegeben, aber kann das Spiel auch den hohen Erwartungen gerecht werden?Rätselspaß in der Südsee
Wie bei seinen berühmten Genre-Kollegen müssen auch bei diesem Spiel irrwitzige Rätsel gelöst werden. Dabei helfen ein guter Spürsinn und viel Humor dem Spieler auf die Sprünge. Selten ist ein Rätsel so gestaltet, dass man die Lösung nicht findet. Somit ist das Spiel auch für Genre-Einsteiger geeignet, die bisher noch keine Erfahrung mit Spielen dieser Art gemacht haben. Im PDF-Handbuch werden sogar Tipps für das erste Kapitel gegeben, damit man nicht bereits am Anfang verzweifelt. Leider birgt diese Einsteiger-Freundlichkeit eine Enttäuschung für Adventure-Profis, die Jack Keane teilweise als zu einfach empfinden werden, denn die Rätsel sind um Längen einfacher gestrickt, als bei Genre-Vertretern wie Baphomets Fluch oder Monkey Island. Dennoch ist es ein großer Spaß, die Rätsel, die mit einer guten Portion schwarzen Humor daher kommen, zu lösen. Im Laufe des Spiels bringen die Entwickler mehrere Anspielungen auf Film- und Spieleklassiker der letzten Jahre. Sei es der Herr der Ringe, Indiana Jones oder Fluch der Karibik – alle Meisterwerke werden gekonnt umgesetzt und entlocken dem Spieler ein schallendes Lachen, oder zumindest ein Schmunzeln. Einen Kritikpunkt müssen sich die Entwickler bei Deck 13 gefallen lassen: Sie hätten ihren Figuren ruhig mehr als zwei Sätze an die Hand geben können, wenn zwei Objekte aus dem Inventar nicht miteinander kombinierbar sind.Jeder Gang macht schlank
Leider hat das Spiel eine wirklich große Schwäche: Die langen Laufwege. Manchmal muss man Jack mit vielen Klicks von einem Spielort zum nächsten bewegen. Dabei stört die etwas störrische Kamera, denn sie tendiert gerne mal dazu, die Punkte zu verdecken, die man anklicken möchte, um beispielsweise ein Dorf zu betreten. Dann muss man Jack erst ein bis zwei Meter nach rechts oder links bewegen, um die Aktion auszuführen. Gelungen ist jedoch eine kleine Hilfe der Entwickler, um das Ausfindigmachen der benutzbaren Gegenstände zu vereinfachen. Dafür hat sich Deck 13 des Hotspot-Anzeige-Systems bemächtigt. Dabei reicht ein Druck auf die X-Taste und kleine Zeichen weisen dem Spieler zielsicher den Weg zu den Objekten. Das hilft vor allem Einsteigern, denn die benutzbaren Objekte sind manchmal aufgrund der Kameraperspektive nicht direkt sichtbar.Drück die Maus
Die Steuerung findet Genre-typisch mit der Maus statt. Zwei Maustasten sollte man dabei schon zur Verfügung haben, denn mit der linken Maustaste betrachtet man einfach nur den angeklickten Gegenstand und mit der rechten Maustaste führt man mit dem Gegenstand entsprechende Aktionen durch, sei es der Beginn eines Gesprächs mit einem anderen Charakter oder das Kombinieren zweier Gegenstände miteinander. Aber MacBook-Besitzer sollten jetzt nicht verzweifeln, denn RuneSoft hat einfach die Kombination der Taste „Alt“ mit dem Mausklick als rechte Maustaste integriert.Umsetzung und Präsentation
Grafisch macht die Comic-Gestaltung von Jack Keane einiges her. Die Grafiken sind allesamt schön bunt und bringen wunderbares Karibik-Flair auf den Mac. Besonders die wirklich aufwändig gestalteten Spielorte, wie zum Beispiel Kapstadt und das indische Dorf beinhalten viele kleine Details, die zeigen, wie viel Zeit und Arbeit Deck 13 in ihr Projekt gesteckt haben. Leider ist die Synchronisation der Dialoge nicht auf die Lippenbewegungen der Charaktere abgestimmt, daher kann es schon mal vorkommen, dass der Text vom Sprecher schon durch ist, aber unser Freund Jack immer noch kräftig die Lippen bewegt. Dafür haben die Entwickler einiges an Gesichtsmimik bei den einzelnen Figuren rausgeholt. Besonders bei Jack wird man immer wieder in den Zwischensequenzen ordentlich überrascht, wie intensiv die Mimik dieses Charakters ist.Technisch gesehen, wurde das Spiel ordentlich portiert. Die Videos und Animationen werden sauber dargestellt und einen Absturz hatte ich während der Testphase nicht. Auch in der Mac-Version wurden Tiefenunschärfe-Effekte und Auflösungen für 16:10-Monitore integriert. Wunderbar! Besonderes Augenmerk sollten alle Spieler auf die Systemanforderungen legen, in denen auch von Intel GMA 950 Kompatibilität und Universal Binary die Rede ist. Auch hier findet sich ein Pluspunkt für das Team von RuneSoft, denn das Spiel läuft sowohl auf älteren Macs mit PPC-Prozessor, als auch auf den Rechnern der nicht gerade verwöhnten MacBook- und Mac mini-Besitzer. Weiterer Kaufanreiz für alle Notebook-Besitzer: Das Spiel läuft ohne DVD im Laufwerk.
Leider hat das Spiel einen unschönen Grafik-Fehler. Möchte man die Detail-Stufe und die Vollbild-Effekte auf manchen Apple-Rechnern (unter anderem auf meinem Testrechner) aktivieren, so werden alle Flächen (außer die der Charaktere) einfach weiß. Auf Rückfrage sagte ein RuneSoft-Mitarbeiter, dass dies an den Treibern von Apple liege und dass man auf Systemen mit anderen Grafikkarten keine Probleme hätte. Musikalisch kann man bei diesem Spiel auch nicht meckern, denn die Soundeffekte unterstreichen harmonisch das Karibik-Flair, der Soundtrack ist sanft von Fluch der Karibik entliehen und die Sprecher sind wirklich famos.
Fazit
Mehrere Stunden Spielspaß und viele schräge Ideen bringt RuneSoft den Spielern mit Jack Keane nach Hause auf den Mac. Die Umsetzung ist ordentlich und das Spiel ist ohne Bugs durchspielbar. Besondere Pluspunkte sind die Möglichkeit, das Spiel ohne DVD im Laufwerk zu spielen und die MacBook-Kompatibilität. Leider drückt der Grafikbug die Note genauso herunter wie kleinere Schnitzer im Gameplay, wie beispielsweise die zu langen Laufwege. Des Weiteren hat mich die fehlende Lippen-Synchronität gestört. Grandios hingegen sind die Charaktere und die Dialoge, die wirklich ihres Gleichen suchen. Jack Keane kann zwar nicht Monkey Island III vom Genrethron werfen, macht aber fast genau so viel Spaß. Die Rätsel sind leicht genug, um Genre-Neulinge nicht verzweifeln zu lassen, aber streckenweise zu leicht für Genre-Profis. Hier hätte Deck 13 eine bessere Gewichtung finden müssen. Aber genug genörgelt: Allein die tollen Sprecher lassen mich eine unbedingte Kaufempfehlung für alle Adventure-Fans aussprechen!
POSITIV
- läuft auf fast allen Macs der letzten Jahre
- tolle Dialoge und spitzen Sprecher
- schöne Comic Grafik
- läuft ohne DVD im Laufwerk
- tolle Dialoge und spitzen Sprecher
- schöne Comic Grafik
- läuft ohne DVD im Laufwerk
NEGATIV
- lange Laufwege
- fummelige Kamera
- zu leicht für Adventure-Profis
- Grafik-Fehler auf manche Systemen
- fummelige Kamera
- zu leicht für Adventure-Profis
- Grafik-Fehler auf manche Systemen
83%
Grafik:
Sound:
Netzwerkspiel:
Schwierigkeit:
Sound:
Netzwerkspiel:
Schwierigkeit:
gut
sehr gut
(n.v.)
einfach
sehr gut
(n.v.)
einfach
| MINIMUM | STANDARD | OPTIMUM | TESTRECHNER |
| G4 1,4 Ghz 512 MB RAM 64 MB Grafikkarte Mac OS X 10.3.9 |
G5 1,8 Ghz 1024 MB RAM 128 MB Grafikkarte Mac OS X 10.4.11 |
G5 / Intel 2 Ghz 1536 MB RAM 128 MB Grafikkarte Mac OS X 10.4.11 |
iMac Intel Core 2 Duo 2 Ghz 1024 MB RAM ATI Radeon X1600 Mac OS X 10.4.11 |
* Diese Angaben beziehen sich auf den Zeitpunkt als der Artikel geschrieben wurde. Eventuell stehen auf der Homepage des Herausgebers bzw. Entwicklers Updates für "Jack Keane" bereit.





