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Penumbra - Requiem

Testbericht von Harald

Entwickler: Frictional Games
Herausgeber: Frictional Games
System: Mac OS X*
Erschienen: Herbst 2008 in Englisch
Plattform: PPC / Intel*
Genre: Adventures / RPG
sonstige Kosten: keine
Kaufpreis: 5-10 ¤
Demo: n.v.
Freigabe: ab 16 Jahren, Infos zur USK
Aufmerksame Leser haben zumindest am Rande mitbekommen, wie sehr uns die Horror-Adventure-Reihe Penumbra gepackt hat und sind vielleicht sogar selbst auf den Spuren des jungen Physikers Philipp in den dunklen Gängen der Forschungsstation im ewigen Eis umhergeschlichen. Und falls euch die beiden Teile tatsächlich entgangen sein sollten, empfehlen wir die Lektüre der Testberichte. Denn nun legt Entwickler Frictional Games mit dem Addon Requiem nach und versucht zumindest im Ansatz, den Verlust des Anfangs als Dreiteiler geplanten Titels zu kompensieren. Doch ob man den Fans damit einen Gefallen getan hat?

Was zum Teufel mach ich hier?

Wir starren auf einen Computer. Der Blick ist leicht verschwommen und so recht wissen wir auch nicht, was uns hier her geführt hat. Und viel Zeit zum Überlegen bleibt nicht, denn im Hintergrund hören wir ein wütendes Gefauche. Es muss sich um einen Infizierten handeln, doch ehe wir uns umdrehen können, versetzt uns ein Schlag wieder in das Land der Träume. Einige Augenblicke (oder waren es Tage?) später wachen wir in einem Gang auf, dessen Wände mit Zeichnungen verziert sind. Was sich hier abzeichnet, wird zur Regel, denn die Entwickler sehen Penumbera Requiem nicht als Fortsetzung der Story und machen sich folglich auch keine besondere Mühe, so etwas wie eine Handlung aufzuzeichnen. Allenfalls die in den Level verstreuten Bücher schaffen über einen Audiokommentar eines Wissenschaftlers den Bezug zum eigentlichen Spiel. Aber auch hier fehlt so etwas wie ein roter Faden. Keine Frage, Penumbra Requiem ist nichts für Neueinsteiger, richtet sich stattdessen an die Besitzer von Black Plague und setzt das Spiel auch als vorhanden voraus. Dementsprechend erwartet uns auch weder bei der Steuerung, noch bei der Physik Neues. Worin liegt also die Motivation? Das Spiel orientiert sich eher an einem Titel wie Portal und lässt uns in neun zusammenhanglosen Leveln Rätsel lösen. Haben wir unsere Pflicht getan, wartet ein Schlüssel der uns Eintritt zum nächsten Level gewährt. Dabei kommt die Nähe zu Portal eher zufällig, da es sich bei unserem Probanden vielmehr um ein Abfallprodukt, als eine Neuentwicklung handelt. Denn bei der Entstehung des Haupttitels hatte Entwickler Frictional Games so viel Aufmerksamkeit auf das Rätseldesign gelegt, dass am Ende gar nicht alle verwendet werden konnten und so Einzug in Penumbra Requiem fanden.

Immer diese Kisten!

Kenner des Zweiteilers werden bei den Rätseln vor altbekannte Aufgaben gestellt und hangeln sich in gut fünf Stunden durch eine meist ausgewogene Mischung aus Schieberätseln, Plattformhindernissen und natürlich den Logikrätseln. Die sind stets nachvollziehbar und stellen niemanden vor ernste Probleme. Allein die übermächtige Kistenschieberei hätte gerne etwas spärlicher ausfallen dürfen. Großes Plus des Spiels ist wieder einmal die Physikengine, die jetzt eure einzige Herausforderung ist. Denn weder Zombie-Hunde, noch Spinnen stellen sich euch diesmal in den Weg. Das hilft vor allem jenen, die sich von den Bewohnern eher gestört fühlten, kostet aber auch eine Menge an Atmosphäre. Stattdessen schleichen wir uns an Überwachungskameras vorbei oder spielen mit der Gravitation. Sehr positiv fällt dabei auf, dass wir oft mehrere Möglichkeiten haben, das Rätsel zu lösen. Beispielsweise müssen wir eine Kiste erklimmen, um uns von ihr auf die höher gelegene Plattform tragen zu lassen. Allerdings befindet sich der Hebel, welcher den Flaschenzug in Bewegung setzt, auf einer tiefer gelegenen Plattform. Nun können wir entweder mit Hilfe von Kisten (wieder Kisten schieben!) eine Treppe bauen, um dann, nachdem wir den Hebel umgelegt haben, möglichst schnell auf die große Kiste zu springen, oder wir bewerfen den Hebel mit explosivem Ketchup (!) vom Transportmittel aus und legen so aus der Ferne den Hebel um. Zwar ist der Handlungsspielraum nie besonders groß, aber immerhin gibt es einen.

Mach doch mal einer das Licht an!

Wie es zu erwarten war, beließ Frictional Games die Grafik auf dem Stand des zweiten Teils. Wieder schleicht ihr durch dunkle Gänge und verfolgt das Geschehen aus der Ego-Perspektive und wieder verschleiern die sehr atmosphärischen Schattenspiele gekonnt die mittlerweile mehr als altbackene Grafik. Denn was vor einem Jahr bereits angestaubt und überholt wirkte, schreckt heute nur noch ab. Und während in den beiden Hauptspielen die geniale Atmosphäre locker über dieses Manko hinweg tröstete, stoßen die matschigen und groben Texturen jetzt sauer auf. Dazu kommen einige Grafikfehler wie frei schwebende Objekte (schon wieder Kisten!) oder in der Wand auftretende Clipping-Fehler. Doch wer bisher mit Penumbra seinen Spaß hatte, kann auch diesmal locker über solche Mängel hinweg sehen.

Fazit

Dene Carter von den Lionhead Studios sagte vor kurzem: „Der Spieler will neue Erfahrungen machen, sonst langweilt er sich.“ Und nimmt man diese Aussage als Maßstab, hat das Addon schon verloren. Und doch werden sich viele Penumbra Spieler nur zu gerne in das mit rund zehn Euro günstige Rätsellabyrinth begeben. Dafür werden sie mit stets fairen und gut gestalteten Rätseln belohnt, welche zwar niemanden überraschen, aber zumindest für kurze Zeit unterhalten.

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POSITIV
- faire Rätsel
- starke Physikengine
NEGATIV
- ödes Leveldesign
- fehlende Lokalisierung
- altbackene Grafik
- zu kurz
55%
Grafik:
Sound:
Netzwerkspiel:
Schwierigkeit:
mittel
mittel
(n.v.)
einfach
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MINIMUM STANDARD OPTIMUM TESTRECHNER
G4 1,5 Ghz
512 MB RAM
ab Radeon 9600 oder GeForce 4ti
Mac OS X 10.4
Penumbra Black Plague
G5 1,6 Ghz
1024 MB RAM
128 MB Grafikkarte
Mac OS X 10.4.11
G5 1,8 Ghz
1536 MB RAM
128 MB Grafikkarte
Mac OS X 10.4.11
MacBook Pro
2 Ghz
2048 MB RAM
Radeon X1600
Mac OS X 10.5.5

* Diese Angaben beziehen sich auf den Zeitpunkt als der Artikel geschrieben wurde. Eventuell stehen auf der Homepage des Herausgebers bzw. Entwicklers Updates für "Penumbra - Requiem" bereit.