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Redline

Testbericht von Alessandro

Entwickler: Ambrosia
Herausgeber: Ambrosia
System: Mac OS X*
Erschienen: Herbst 2006 in Englisch
Plattform: PPC / Intel*
Genre: Simulation
sonstige Kosten: keine
Kaufpreis: 20-25 ¤
Demo: Ja, Download now!
Freigabe: keine USK-Prüfung, Infos zur USK
Rennspiele sind auf dem Mac bekanntlich rar gesät und meist auch noch von minderer Qualität. Ambrosia Software und der deutsche Programmierer Jonas Echterhoff wollen diesem Problem mit ihrem neuen Rennspiel Redline Abhilfe schaffen. Das Spiel ist schon seit mehreren Jahren in der Entwicklung gewesen und ist jetzt endlich für treue Fans und Neuzugänge erhältlich. Für alle Bleifüsse und Asphaltfetischisten unter euch ist das Spiel auf jeden Fall einen Blick wert!

Entlang der roten Linie

Redline bietet vier verschiedene Spielmodi, welche heutzutage üblich sind: Quick Race, Time Trial, Multiplayer und Challenges.

Ein Quick Race lässt euch in sekundenschnelle ein Rennen auf den sechs Strecken mit bis zu zwölf gegnerischen Fahrzeugen starten. Zuerst wählt ihr eine Strecke (auch gespiegelt befahrbar), Rundenzahl (eine bis 32), Wetter (Tag, Nacht, Abend und Regen) sowie ein Fahrzeug. Anfangs steht euch nur eines zur Verfügung, später ganze 15.

Außerdem müsst ihr euch noch entscheiden, wie die Fahrzeugphysik sich verhalten soll. Hier stehen drei Modi zur Wahl: Simulation, Arcade und Turbo Arcade. Der Simulationsmodus ist hierbei am akkuratesten und schwierigsten zu beherrschen, Arcade bietet im Gegensatz dazu schnellen Spaß laut dem Motto "Ich geb' Gas, ich will Spaß!". Der Turbo Arcade-Modus stellt eine Hardcorevariante des Arcademodus dar: Tunnelblick garantiert!

Time Trial bietet euch die Möglichkeit eure Rundenzeiten zu verbessern sowie euer fahrerisches Geschick zu trainieren. Die Ergebnisse werden sogar in eine Rangliste im Internet eingetragen und so könnt ihr euch ständig mit den Besten der Besten weltweit messen.

Im Multiplayermodus habt ihr die Möglichkeit, ebenso wie im Quick Race, ein Rennen gegen bis zu zwölf Gegner auf einer der sechs Strecken zu starten. Einzig mit dem Unterschied, dass ihr hier natürlich gegen menschliche Opponenten fahrt (Eine Mischung aus CPU- und menschlichen Gegnern ist möglich).

Zuletzt sei noch der Challenges-Modus erwähnt, welcher einige Herausforderungen bietet um euch der Steuerung von Redline näher zu bringen und euch mit wichtigen Fahrmanövern und Situationen konfrontiert , damit ihr anschließend für den Ernstfall gerüstet seid. Je nachdem wie gut ihr hierbei seid erhaltet ihr eine Gold-, Silber- oder Bronzemedaille. Außerdem werden auch hier eure Zeiten in eine Rangliste im Internet eingetragen. Die Challenges solltet ihr in jedem Fall absolvieren, da mit jeder bestandenen Challenge (egal ob Bronze, Silber oder Gold) ein oder mehrere neue Fahrzeuge zur Verfügung stehen.

Wo wir gerade schon über Fahrzeuge sprechen: Redline bietet wie bereits erwähnt eine ganze Palette von insgesamt 15 Fahrzeugen, welche allesamt realen Vorbildern nachempfunden sind und auch die originalen Bezeichnungen tragen. So steht euch zum Beispiel ein Audi TT, ein Golf IV, ein Ford Mustang und GT oder ein Porsche 959 zur Verfügung.

Das Gameplay

Redline wird per Tastatur gesteuert, alternativ könnt ihr aber auch ein Gamepad oder Lenkrad verwenden. Analoge Eingabe sowie Force Feedback wird ebenfalls unterstützt. Die Steuerung per Tastatur ist im Simulationsmodus sehr schwierig und nur bedingt zu empfehlen. Auf jeden Fall erfordert es sehr viel Übung damit euer Fahrzeug gekonnt und möglichst unfallfrei über die Strecken zu manövrieren, dafür wird euch aber ein hoher Realismusgrad und ein exzellentes Fahrgefühl geboten. Die beiden Arcademodi sind hingegen kinderleicht über die Tastatur zu steuern, da hier die Steuerung bei weitem nicht so sensibel ist und auch gerne mal einen Fehler verzeiht. Hier kommt es eben nur auf puren Fahrspaß und Geschwindigkeit an.

Die sechs Strecken sind solide designt, allerdings eher unspektakulär gehalten. Auf selbigen messt ihr euch, wie Eingangs erwähnt, mit bis zu zwölf Widersachern bis zu 32 Runden lang. Die Gegner-KI hält sich dabei strikt an die Ideallinie, allerdings lassen sie sich leicht aus dem Konzept bringen oder machen auch selbst den ein oder anderen Fehler. Generell ist der Singleplayermodus gut für eine Runde zwischendurch oder als Training für den Multiplayerpart anzusehen, längerfristig kann er allerdings nicht motivieren. Die CPU-Gegner sind meist zu stark oder, durch Eigenverschulden, am Ende der Fahnenstange. So kommt es auch leicht vor, dass ihr den ein oder anderen Gegner überrundet, weil dieser an einem Objekt auf der Strecke hängen bleibt.

Der Multiplayermodus wiederum bietet reichlich Spaß, auch auf längere Sicht. Zunächst landet ihr in einer Lobby, in der ihr die verfügbaren und laufenden Spiele seht sowie euch mit anderen Spielern per Chat unterhalten könnt. Dedizierte Server gibt es nicht, die Spiele werden von den Spielern gehosted. Hier ist klar im Vorteil, wer eine schnelle Breitbandverbindung sein Eigen nennt. Die Rennen mit menschlichen Mitspielern sind natürlich weitaus herausfordernder und spannender, allerdings ist während des Tests aufgefallen, dass einige Spieler Redline aufgrund der Fahrzeugphysik, welche spektakuläre Crashes zulässt, zu einer Art Destruction Derby umfunktionieren und teils auch derbe Worte gefallen sind, wenn man einfach Rennen gefahren ist. Im Großen und Ganzen fanden aber ganz normale Rennen statt und diese stellen meines Erachtens auch das Highlight des Spiels dar. Wer einmal im Simulationsmodus bei Regen mit menschlichen Mitspielern Kopf an Kopf über die Strecke geschlittert ist und reichlich ins Schwitzen kam, weiß, wovon ich spreche.

Die Präsentation

Die Engine von Redline ist technisch auf dem Stand von Ende der 1990er Jahre. Allerdings weiß sie trotzdem durch einige hübsche Effekte wie spiegelnden Lack, Motion Blur oder Lensflares sowie hochaufgelöste Texturen durchaus zu gefallen. In Anbetracht dessen, dass es sich hier um Shareware handelt, für welche kein Millionbudget zur Verfügung stand, auf jeden Fall mehr als sehenswert! Die Fahrzeugmodelle lassen deutlich erkennen, um welches Fahrzeug es sich handelt, allerdings wurden sie eher grob modelliert. Ein Schadensmodell ist nicht vorhanden. Auf den Strecken wurden Randbebauungen und Details nur spärlich verteilt, generell wirkt alles sehr steril. Auch vermisst man ein wenig Leben auf den Strecken, wie z.B. animierte Objekte. Fehlende Heißluftballons, Flugzeuge, Zuschauer etc. lassen einen doch sehr einsam auf dem Asphalt zurück. Zuletzt sei im grafischen Bereich noch der Fahrer erwähnt, welcher bei jedem Auto sichtbar ist. Viel Liebe zum Detail merkt man dadurch, dass er auch fleißig am Kurbeln und Schalten ist (auch wenn sehr hölzern und holprig animiert). Hintergrundmusik gibt es übrigens keine, dafür wurde iTunes vorbildlich integriert, so dass ihr per Shortcut während dem Spiel durch eure Bibliothek blättern und euren eigenen Songs lauschen könnt. Die Soundeffekte sind passabel, allerdings nicht wirklich realitätsgetreu. Einige Fahrzeuge hören sich außerdem gleich an.

Linienunterbrechung?

Redline bietet einige Schwachstellen, welche ich hier aufzeigen möchte. Zunächst sei hier die gegnerische KI erwähnt. Die CPU-Gegner heizen euch gnadenlos auf Geraden davon, rempeln euch rücksichtslos von der Strecke oder verkeilen sich ineinander oder in Objekte auf der Strasse und bleiben somit liegen. Auch kommt es vor, dass die Gegner euch seitlich rammen, sich in euch verkeilen und euch somit verlangsamen und zur Niederlage verdammen. Das Streckendesign ist allenfalls zweckmäßig und sehr steril sowie leblos. Die Soundeffekte sind nicht wirklich authentisch und werden für mehrere Fahrzeuge recycled. Unschön ist zudem, dass die Grafik sich erst sehr spät aufbaut und man so desöfteren dem Grafikaufbau zusehen kann. Generell ist die Auswahl an Strecken und Fahrzeugen doch eher begrenzt, für den Kaufpreis ist doch mehr zu erwarten. Zuletzt soll noch die Steuerung erwähnt bleiben, welche an sich zwar gut ist (vor allem wenn man ein Gamepad oder Lenkrad sein Eigen nennt), per Tastatur aber doch sehr hakelig, schwammig und ungenau ist. Speziell im Simulationsmodus.

Interview

Games4Mac hat ein Interview mit dem deutschen Hauptentwickler Jonas Echterhoff geführt, dieses ist hier nachzulesen.

Fazit

Wenngleich Redline einigen Grund zur Kritik gibt darf nicht vergessen werden, dass hier ein kleines Team am Werke war, welches kein Millionenbudget zur Verfügung hat. Unter diesem Aspekt ist wirklich ein beachtliches Stück Software entstanden, welches durchaus zu gefallen weiß und viel Spielraum zur spielerischen Entfaltung bringt. Mit jeder weiteren Runde macht Redline mehr Spaß und man findet sich mehr und mehr mit der Steuerung und Fahrzeugphysik zurecht. Nicht zuletzt der Multiplayermodus bietet stundenlangen Spielspaß! Daher kann ich allen, welche schon nahezu am Vertrocknen aufgrund des Rennspielmangels auf dem Mac-Markt sind, Redline nur wärmstens empfehlen und ans Herz legen.

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POSITIV
- genialer Multiplayermodus
- gute Präsentation
- original Fahrzeuge
NEGATIV
- hoher Schwierigkeitsgrad im SP
- Steuerung per Tastatur schwierig
- Gegner-KI lässt zu Wünschen übrig
76%
Grafik:
Sound:
Netzwerkspiel:
Schwierigkeit:
gut
mittel
sehr gut
mittel
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MINIMUM STANDARD OPTIMUM TESTRECHNER
G3 800 Mhz
512 MB RAM
32 MB Grafikkarte
Mac OS X 10.2
G4 1 Ghz
768 MB RAM
64 MB Grafikkarte
Mac OS X 10.3.9
G4 1,33 Ghz
1024 MB RAM
128 MB Grafikkarte
Mac OS X 10.4
iMac Intel 24"
Core 2 Duo
2,33 Ghz
2048 MB RAM
GeForce 7600 GT (256 MB)
Mac OS X 10.4.8

* Diese Angaben beziehen sich auf den Zeitpunkt als der Artikel geschrieben wurde. Eventuell stehen auf der Homepage des Herausgebers bzw. Entwicklers Updates für "Redline" bereit.