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The Movies

Testbericht von Harald

Entwickler: Lionhead
Herausgeber: Feral
System: Mac OS X*
Erschienen: Frühjahr 2007 in Deutsch
Plattform: PPC / Intel*
Genre: Strategie / Wirtschaft
sonstige Kosten: keine
Kaufpreis: 40-45 ¤
Demo: Ja, Download now!
Freigabe: ab 16 Jahren, Infos zur USK
Gestatten? Peter, Peter Molyneux. Peter ist Spieledesigner. Aber kein gewöhnlicher. Denn Peter macht gerne alles anders, dreht jedes Spieldesign auf den Kopf und probiert gerne Neues aus. Und heraus kamen bisher viele ungewöhnliche bis aberwitzige Spiele, die aber auch vom Spieler einiges an Umdenken verlangten. Ob das nun Dungeon Keeper aus dem Jahr 1997 war, in dem der Spieler zum bösen Kerkermeister wurde oder Fable aus dem Jahr 2005, in welchem weniger die typischen Rollenspielelemente im Mittelpunkt standen, als vielmehr die moralische Entwicklung des Avatars. Keine Frage, Peter ist einer der großen Stars der Branche. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis dieser Mann zum Film kommt. Und jetzt hat er es geschafft. Und das Beste – er lässt uns in seinem Werk The Movies daran teilhaben.

Genre-Grenzenlos

Im Kern ist dieses Spiel eine simple Wirtschaftssimulation. Ihr habt die Aufgabe im Zeitraum von 1920 bis 2000 ein Filmstudio ohne gleichen aufzubauen, Stars zu entdecken und zu fördern, aber diese auch bei Laune zu halten, Blockbuster zu produzieren, bei Preisverleihungen abzuräumen und nebenbei haufenweise Geld zu scheffeln. Das alleine wäre aber eines Peter Molyneux unwürdig und so baut er, quasi als Nebenprodukt, einfach noch einen Filmeditor ein, mit dem der Spieler eigene Drehbücher umsetzen und diese im Internet publizieren kann. Nun ist auch das nicht wirklich neu. So hat Microsoft sich vor Jahren schon einmal in diesem Metier versucht. Allerdings war das Programm zu umständlich in der Handhabung, bot zu wenig Abwechslung und brachte keine befriedigenden Ergebnisse. Was ist denn also so neu an The Movies? Es ist die Mischung der beiden Inhalte verbunden mit einem Interface, welches die üblichen Tabellen und Listen komplett vermissen lässt. All das zusammen schafft ein Spielerlebnis, wie man es bisher nicht gekannt hat. Aber Peter Molyneux Spiele haben leider bei all der Innovation immer einen faden Beigeschmack. Sie sind nie perfekt und haken und knirschen in der Bedienung. Und das ist auch bei The Movies nicht anders. Aber wer jetzt abwinkt, tut dem Spiel unrecht. Denn ein Ausnahmespiel ist dieses Werk allemal.

Die Installation

Der Mac-User bekommt das Spiel zusammen mit einer Lizenz zu Flip4Mac, welche benötigt wird, wenn man seine Filme auf der Website von The Movies Online hochladen möchte. Dazu ist es nötig, mittels Installer die Programme auf den Rechner zu schaufeln. Dabei wird einem die Auswahl aller verfügbaren Festplatten ermöglicht. Und hier ergeben sich auch schon die ersten Fallstricke. Ein Betrieb über eine externe über USB-2 angeschlossene Platte führte nämlich zu einem kommentarlosen Absturz des Spiels. Allein vom Programme-Ordner auf der internen Platte ließ sich nach erneuter Installation der immerhin 2,2 GB großen Daten das Programm starten.

Der Aufbau-Part

Zu Beginn unterscheidet sich das Spiel nicht von den klassischen Aufbauspielen. Ihr errichtet eine Schauspielschule, Casting-Agentur, Filmsets, Produktionsbüro und alles was ein Filmstudio so braucht. Nachdem einige Darsteller, Regisseure, Statisten, Hausmeister, Techniker und die Filmcrew engagiert wurden, verbindet ihr die einzelnen Lokalitäten mit Wegen, verziert das Gelände mit allerlei Grünzeug und Statuen und sorgt mit Bars und anderen Freizeiteinrichtungen dafür, dass eure Stars gut gelaunt bleiben. Danach beauftragt ihr Drehbuchautoren mit Skripts, veranstaltet Castings und dreht den Film ab. Ist das vollbracht, wird der Streifen veröffentlicht. Dabei könnt Ihr das Ergebnis dann selbst ansehen und euch Bravos oder Schelten der Kritiker abholen. Je nach Erfolg bringt der Film mehr oder weniger Geld in die Kassen, mit denen sich das Studio aufwerten lässt.

Nebenbei solltet Ihr den Forschungsbereich nicht vernachlässigen, der euch neue Requisiten, Filmtechnik oder andere Errungenschaften der Technik beschert, welche euch den entscheidenden Vorteil gegenüber der Konkurrenz verschaffen können, um euer Studio an die Spitze von Hollywood zu führen.

Stars und andere Probleme

Habt Ihr erst einmal eine Filmschule erstellt, stehen die Sternchen bei euch Schlange. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Ihr müsst sie nur mit der Maus aufheben und auf das Gebäude ziehen. Daraufhin verschwinden Wände und Dach und ihr habt die Wahl, ob die Darsteller in Zukunft als Regisseur, Schauspieler oder Statisten bei euch schuften sollen. Apropos Schauspieler! Mittels StarMaker könnt ihr Stars nach euren Wünschen und Anforderungen kreieren. Dabei dürft ihr Gesichtsform, Nasenspitze, Augenform und Haare nach Gusto basteln und den zukünftigen Leinwandhelden mit Attributen versehen, die ihn für bestimmte Genres prädestinieren. Diese lassen sich dann ebenfalls über die Filmschule importieren. Dabei geht das Erstellen problemlos und schnell von der Hand. Allerdings lässt das Programm noch eine Menge Wünsche offen. So kann zum Beispiel weder der Haaransatz bestimmt werden, noch Sommersprossen verteilt werden. Auch die Kopfform ist nur beschränkt einstellbar. Über den Körper gibt es gar nur sehr rudimentäre Auswahlmöglichkeiten. Hier ist also genug Raum für eine Fortsetzung.

Sind die Engagements erst mal abgeschlossen, wollen eure Protagonisten bei Laune gehalten werden. Wenn nicht, beginnen sie zu trinken, werden launisch, bekommen Wutanfälle und liefern schlechte Filme ab. Um die Laune zu verbessern, dürft ihr eure Stars neu einkleiden, ihnen mittels Presse mehr Aufmerksamkeit verschaffen und sie zur Not auch zur Entziehung schicken. Und da haben wir auch gleich das größte Problem des Spiels. Denn die meiste Zeit werdet ihr tatsächlich mit Babysitten verbringen. Oder nennen wir es freundlicher Micromanagement. Und leider hilft euch das Spiel dabei überhaupt nicht. Beschwert sich ein Star über den Zustand seines Wohnwagens, bleibt nur, diesen aufwändig zu suchen. Eine entsprechende Karte gibt es nicht. Auskunft, was der Star nun eigentlich will bekommt ihr über Popup-Blasen, welche neben dem Star-Icon am Bildschirmrand auftauchen. Zudem führt eine Sternenlinie zu sinnvollen Locations. Bekommt ein Star beispielsweise Hunger, führt diese Linie zu einem Restaurant oder Snack-Wagen. Wenn ihr jetzt noch darauf achtet, dass euer Sorgenkind nicht trinkt, genügend Filmdrehs hat damit er sich nicht langweilt, fleißig übt aber auch nicht gestresst wird, habt ihr gute Karten, sofern er sich mit dem Regisseur und den andern Darstellern versteht. Sorry, aber das ist zu viel des Guten, lässt sich aber im Sandkasten-Modus zum Glück abstellen. Ebenfalls ärgerlich ist, dass ich auf das Personal angewiesen bin, welches sich bei mir bewirbt. So hab ich keine Möglichkeit, mir einen guten Regisseur oder Komiker hinzu zu engagieren wenn es der Markt verlangt. Auch Stars von anderen Studios abwerben funktioniert leider nicht.

Und Action!

Der sicherlich herausragende Part dieses Spiels ist der Filmteil. Drehbuchautoren schreiben euch die Skripts, im Casting-Büro wählt ihr Darsteller und Regisseur und nach den Proben geht es ans Filmen. Später könnt ihr auch eigene Drehbücher schreiben. Wer keine Lust auf den Managementpart hat, darf sich im Sandkasten-Modus auch komplett auf den Film konzentrieren. Beim selbst Erstellen habt ihr Zugriff auf Requisiten, Licht und Kameraeinstellung. Aus vorgefertigten Modulen kann der Film dann Szene für Szene in einer Timeline zusammen gebaut werden. Das Erstellen eigener Module ist leider nicht vorgesehen. Bei den Dreharbeiten dürft ihr so nah heran zoomen, dass ihr die Fortschritte quasi hautnah miterlebt. Und das Beste: Die Geschehnisse am Dreh entsprechen tatsächlich dem Film! Mittels gebauter Postproduktionstudios könnt ihr eure eigenen Werke auch vertonen bzw. auf Sounds von Garageband und iTunes zurückgreifen. Danach geht der Streifen in die Veröffentlichung und kann angeschaut werden. Wer Filme selbst erstellt, kann diese im Internet publizieren und dort zur Kritik freigeben. Ansonsten werden die Streifen im Spiel bewertet. Diese Rezensionen geben euch Aufschluss über verbrauchte Kulissen, schlechte Darsteller usw. Spannend wird es bei der Oscar-Verleihung, wobei nicht nur der beste Film, sondern auch das beste Studio, Drehbuch usw. prämiert wird.

Grafik

Was die Präsentation angeht, zeigt sich The Movies mit Stärken und Schwächen. Das Studiogelände sieht wirklich genial aus. Ihr könnt zoomen und im Gelände selbst spazieren gehen. Die Illusion wird noch durch die Kommentare auf dem Studiogelände und die hervorragende Musik perfektioniert. Allerdings stört gelegentliches Flackern bei der Draufsicht den Spielfluss. Die Zwischensequenzen wie die Oscar-Verleihung sind ebenfalls ansprechend inszeniert. Beim Film selbst fallen die etwas ungelenken Bewegungen der Protagonisten unangenehm auf.

Fazit

The Movies ist ein typisches Peter Molyneux Spiel. Einzigartig im Design und hakelig in der Nutzung. Der Filmeditor ist genial, der Aufbaupart dagegen maximal Durchschnitt. Nur Stars betreuen und Filme drehen ist auf Dauer einfach zu wenig. Deaktiviert man diesen Teil des Games aber, hat man wochenlangen Spaß und kommt von diesem Streifen – äh Spiel nicht mehr so schnell weg. Hier bleibt also noch viel Raum für Erweiterungen und Verbesserungen.

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POSITIV
- tolle Filmmusik
- geniale Grafik im Managementpart
- vorbildliche Hilfe und Tutorials
NEGATIV
- Stardesign bietet zu wenig individuelle Optionen
- unübersichtlich
- langweiliger Aufbaupart
87%
Grafik:
Sound:
Netzwerkspiel:
Schwierigkeit:
sehr gut
sehr gut
(n.v.)
mittel
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MINIMUM STANDARD OPTIMUM TESTRECHNER
G4 1,67 Ghz
512 MB RAM
64 MB Grafikkarte
4 GB Festplatte
DVD-Laufwerk
Mac OS X 10.4
G5 / Core 1,8 Ghz
1024 MB RAM
64 MB Grafikkarte
Mac OS X 10.4.8
G5 / Core 2 Ghz
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128 MB Grafikkarte
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MacBook Pro 2 Ghz
2048 MB RAM
Radeon X1600
Mac OS X 10.4.8

* Diese Angaben beziehen sich auf den Zeitpunkt als der Artikel geschrieben wurde. Eventuell stehen auf der Homepage des Herausgebers bzw. Entwicklers Updates für "The Movies" bereit.