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Tomb Raider - Anniversary

Testbericht von Daniel

Entwickler: Crystal Dynamics
Herausgeber: Feral
System: Mac OS X*
Erschienen: Frühjahr 2008 in Deutsch
Plattform: Intel*
Genre: Action
sonstige Kosten: keine
Kaufpreis: 45-50 ¤
Demo: Ja, Download now!
Freigabe: ab 12 Jahren, Infos zur USK
Altbewährtes im neuen Umfang dachten sich wohl die Entwickler von Tomb Raider Anniversary, als sie sich die ersten Gedanken zum neuen Lara Croft Titel machten. Aber haben sie es wirklich geschafft die Abenteuer aus dem allerersten Spiel von 1996 gut in die Gegenwart zu transportieren? Schließlich verbinden viele Spieler mit Tomb Raider den Einstieg in die Spielewelt überhaupt. Auch auf dem Mac. Bis auf den letzten Titel, Tomb Raider Legend, durften stets auch Mac-Spieler die Abenteuer der Lara Croft miterleben.

Die Story – alles beim Alten

Als erstes fällt die leicht überarbeitete Titelmusik im Startmenü auf. Die vertrauten Klänge lassen Fans der ersten Stunde sofort zwölf Jahre jünger werden. Peru, Griechenland, Ägypten und Atlantis gilt es immer auf der Suche nach den drei Teilen des Artefakt Scion zu durchspielen. Nicht nur Lara, sondern auch die einflussreiche und machthungrige Jacqueline Natla will den Scion haben. Ihre Handlanger Larson und Pierre sind stets darauf aus, ein Stück schneller als Lara an einen der drei Teile zu gelangen. Oft kommt es dann auch zur direkten Konfrontation und manchmal begegnen sich die drei in Spielsequenzen, welche die Story voranbringen. Wenn Lara alleine ist, turnt sie hauptsächlich an Felsvorsprüngen herum oder zerbricht sich ihren Kopf über das Meistern von Kletterpassagen und Rätseln.

Das Gameplay – Powerwoman Lara Croft

Tomb Raider Anniversay versucht sich vom bloßen Kistenschieben des Originals aus 1996 zu entfernen. Mehr Akrobatik ist die Devise. Einige Kunststücke wurden aus Tomb Raider Legend übernommen, andere wie zum Beispiel das Schleichen auf dem Boden dafür gänzlich raus genommen. Ansonsten springt die junge Engländerin wie üblich ohne Erschöpfung von einem Felsvorsprung zum anderen, schwingt sich am Seil über tiefe Schluchten oder balanciert auf Holzpfählen.

Reflexe sind ab sofort in den atmosphärischen Videosequenzen gefragt. Drückt man nicht schnell genug die angezeigte Taste, reagiert Lara zu spät und weicht zum Beispiel dem angreifenden Saurier zu spät aus. Wie gewohnt steuert der Spieler Lara aus der Third-Person-Perspektive. Um genauer zu zielen kann auch in die Schulteransicht gewechselt werden. Die Rätsel sind ganz Tomb Raider-typisch geblieben: Schalterrätsel, fehlende Passstücke suchen oder Dinge in eine bestimmte Reihenfolge bringen – dies kennt man bereits aus den Vorgängern und auch hier wird diese Tradition fortgesetzt. Oft erscheinen die Zusammenhänge logisch und man braucht nicht lange, um diese zu erkennen. Ansonsten gibt es ja reichlich Durchspiel-Hilfen im Netz.

Die Action darf natürlich auch nicht fehlen. Immer wieder brechen die Böden oder Brücken zusammen und nicht selten warten dort dann schon wilde Tiere, die es auf Lara abgesehen haben. Wie üblich zielt sie ganz automatisch, neu aber ist das Dodge-System. Wenn ein Gegner besonders viel Wut entwickelt, setzt die Zeitlupe ein und Lara muss dem Angreifer ausweichen. Während dieser Bewegung kann der Gegner, vorausgesetzt er trifft gut, mit nur einem Schuss außer Gefecht gesetzt werden.

Die beiden Pistolen mit unendlich viel Munition gehören ebenso zu Laras Ausrüstung, wie ein Widerhaken, eine Pumpgun, eine Pistole mit Kaliber 50 und eine Uzi-Maschinenpistole. Letztere drei kommen erst im Laufe des Spieles dazu. Eine Taschenlampe oder Leuchtstäbe gibt es in dieser Version nicht.

Trotz der guten Bewaffnung und Laras akrobatischer Talente, schafft es Lara nicht immer und muss das Handtuch werfen. Gut, dass es ein exzellentes Speichersystem gibt. Fehltritte werden schnell ungeschehen gemacht, denn an allen wichtigen Passagen setzt das Spiel einen Speicherpunkt. Dieser wird geladen, wenn Lara stirbt oder das Spiel nach Verlassen fortgesetzt wird. Die Ladezeiten sind übrigens angenehm schnell.

Irritierend, wenn auch praktisch: Nach dem Laden hat Lara immer wieder volle Lebensenergie. Das ist aber noch das kleinere Übel. Öfters bleiben Widersacher an Mauern oder Kanten hängen. Steht Lara auf einem Felsen oder schwimmt im Wasser, ist die KI (künstliche Intelligenz der Gegner) völlig überfordert. Ein Bär zum Beispiel versucht dann, natürlich ohne Erfolg, weiter in Laras Richtung zu rennen.  In einer Szene ist es sogar schon vorgekommen, dass ein riesiger Saurier einfach, wie eingefroren, stehen geblieben ist. Erst nach einem weiteren Schuss kam wieder Bewegung in die antike Echse.

Schritte zählen hieß es noch in früheren Versionen von Tomb Raider. In Anniversary hilft Lara bei knappen Sprüngen indem sie eine Hand ausstreckt. Drückt der Spieler dann rechtzeitig die Aktionstaste, stürzt sie nicht in den Abgrund, sondern klammert sich gerade noch rechtzeitig an die Wand. Damit der Sprung auch sitzt, muss sich er Spieler auf die Kameraführung verlassen können. Diese ist grundsätzlich in Ordnung, manchmal muss man aber mit der Maus nachhelfen, besonders wenn man ein Pad benutzt. Das Cyborg Force Rumble Pad, das für den Test benutzt wurde, wird vom Spiel erkannt. Nur die manuelle Kamerasteuerung lässt sich nicht auf das Pad legen. Auch die Rumble Funktion geht nicht, das liegt aber an den nicht vorhandenen Treibern für Mac OS X.

Das Leveldesign – altbewährt

Das Spiel unterteilt sich, wie bereits erwähnt, in vier Level, die wieder jeweils vier Kapitel haben. Innerhalb eines Kapitels, hängen die Level-Abschnitte direkt zusammen und es gibt keine Ladepausen. Die Level selbst sind annähernd gleich gestaltet, wie in der Originalvorlage. Die möglichen Wege sind meistens eindeutig, und es gibt keine alternativen Wege. Allerdings finden sich hier und da Verstecke, die nicht durchsucht werden müssen, in denen sich aber oft versteckte Gegenstände befinden. Die Beute reicht von Medipacks, über neue Munition, bis hin zu silbernen Dolchen, welche am Ende eines Levels in Bonusinhalte umgesetzt werden. Für das bloße durchspielen eines Kapitels erhält man die original Audiokommentare von Toby Gard, dem geistigen Vater von Lara Croft und Jason Botta, dem Creative Director.

Croft Manor – Zu Hause ist es immer noch am schönsten

Wieder mal gibt es einen extra Menüpunkt, hinter dem sich die Erkundung der englischen Croft Villa verbirgt. In der Villa selbst gibt es eine menge Rätsel zu lösen. Wer Lara zum Beispiel schon immer mal im Hauseigenen Pool springen sehen wollte, muss erst mal das Baugerüst loswerden. Und extrem wie Mrs. Croft so ist, kappt sie dafür einfach die Seile mit ihrer Pistole, die sie aus dem Schrank hinter der verschlossenen Tür hervorholt. Sprich, es wird viel gelaufen und gesucht. Dabei stößt der Spieler immer wieder auf aufgeklappte Bücher, die über die verschiedensten Abenteuer berichten.

Grafik & Sound

Vorbei die Zeiten, in denen Laras Rundungen nicht wirklich rund waren. In Tomb Raider Aniversary gibt es genügend Polygone und auch die Texturen entsprechen dem heutigen Stand der Dinge. Next-Generation Grafik sollte man natürlich nicht erwarten, schließlich ist das Spiel eine Playstation 2-Portierung. Mit einigen Effekten kann das Spiel aber Punkten. 3.0-Shader lassen das Wasser realistisch wirken, Echtzeitschatten sorgen für den nötigen Realismus und mit Tiefenschärfe geizt das Spiel auch nicht. Alles in Allem läuft das Spiel sehr performant. 1,8 Ghz, 512 MB RAM und eine 64 MB Grafikkarte sind Mindestvoraussetzungen und spätestens wenn Feral den Universal Binary Patch nachgereicht hat, läuft das Spiel auch auf älteren G5-Macs.

Der Sound kann sich hören lassen. Je nach Umgebung sind glasklare Umgebungsgeräusche zu hören. Das Hochgebirge Perus birgt Vogelgeschwitscher und rauschendes Schmelzwasser. Im Kolosseum von Griechenland macht sich hingegen eine beklemmende Stille breit. Wenn Lara ein neues Gebiet betritt oder von Gegnern überrascht wird, ertönt passende Musik, die die Szene weiter untermalt.

Fazit

Endlich gibt es wieder Lara auf dem Mac. Auch ich habe einige Vorgänger der Saga gespielt und bin mehr als Zufrieden mit der guten Fortsetzung. Es macht einfach Spaß Lara mit Hilfe ihrer akrobatischen Künste durch die verschiedenen Level zu lenken, Rätsel zu lösen, aber trotzdem nicht auf die nötige Action zu verzichten. Warum sind eigentlich nicht schon mehr Entwickler auf die Idee gekommen eine Frau in die Hauptrolle zu stecken? Tomb Raider ist und bleibt einzigartig, trotz kleinerer Fehler in der KI, die ich gut und gerne verkrafte.

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POSITIV
- gute Neuauflage des ersten Teils
- hübsche Grafik, die wenig Hardware-fressend ist
- gelungene Rätsel
NEGATIV
- teilweise fehlerhafte KI
- Kameraperspektive nicht immer Optimal
90%
Grafik:
Sound:
Netzwerkspiel:
Schwierigkeit:
gut
gut
(n.v.)
mittel
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MINIMUM STANDARD OPTIMUM TESTRECHNER
Intel Core 1,83 Ghz
512 MB RAM
64 MB Grafikarte
Mac OS X 10.4
Intel Core Duo 2 Ghz
1024 MB RAM
128 MB Grafikkarte
Mac OS X 10.4.11
Intel Core Duo 2,4 Ghz
1536 MB RAM
256 MB Grafikkarte
Mac OS X 10.5
iMac 24"
Intel Core Duo 2,16 Ghz
1536 MB RAM
GeForce 7600 GT
(256 MB)
Mac OS X 10.5.2

* Diese Angaben beziehen sich auf den Zeitpunkt als der Artikel geschrieben wurde. Eventuell stehen auf der Homepage des Herausgebers bzw. Entwicklers Updates für "Tomb Raider - Anniversary" bereit.