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Fernsehen am Mac via DVB-T

Autor: Felix

Fernsehen auf dem Mac ist seit DVB-T einfacher denn je – zumindest wenn man in einem Gebiet wohnt, indem das digitale terrestrische Antennenfernsehen verfügbar ist, vornehmlich in Ballungsgebieten, genaue Informationen gibt es auf der DVB-T Homepage. Games4Mac hat sich zwei DVB-T USB 2 Lösungen einmal genauer angeschaut: Formac watchandgo und Miglia TVmini.

Im Lieferumfang der beiden Lösungen befinden sind jeweils eine passive Antenne, eine Fernbedienung und natürlich ein Receiver, welcher bei Formac ein kleines weißes Quadrat darstellt und bei Miglia ein kleiner weißer USB-Stick. Nachdem der jeweilige Receiver an den USB 2 Anschluss des Macs angeschlossen wurde, muss noch die jeweilige Software installiert werden. Formac liefert eine Eigenentwicklung mit, Miglia hingegen hat dem TVmini EyeTV 2 beigepackt. Zum Test nutzten wir die aktuelle Ausgabe, im Fall von Formac war dies Version 1.74, EyeTV lag in Version 2.3 vor. Beide Software-Lösungen liegen als Universal Binary vor. Formac liefert zudem noch eine Software für DVB-Radio mit, diese konnten wir in der Hamburger Zentrale allerdings nicht testen, da DVB-Radio bisher nur im Berliner Raum zu empfangen ist.

Zuerst werfen wir einen Blick in die Voreinstellungen der Formac Software. Neben der Senderprogrammierung stehen noch Optionen für die Aufnahmefunktion bereit und die Möglichkeit, statt mit der mitgelieferten Fernbedienung mit einem Bluetooth-Handy zwischen den Kanälen zu zappen. In den Darstellungsoptionen besteht zudem die Möglichkeit das TV-Fenster als schwebendes Fenster einzurichten, damit dieses immer über allen anderen Fenstern schwebt, auch wenn man in anderen Programmen arbeitet. Zudem kann das Bild mit einer De-Interlace Funktion verbessert werden, allerdings kostet dies zusätzliche CPU-Leistung.

Im Formac TV-Fenster selbst ist es möglich, zwischen den verschiedenen Sendern zu wechseln, eine Aufnahme zu starten oder die Sendung kurzzeitig anzuhalten, um dann an gleicher Stelle weiterzuschauen. Die Sendung wird dabei in den Timeshift-Speicher geladen, die Größe dieses Speichers kann in den Optionen festgelegt werden. Zudem kann die elektronische Fernsehzeitung (EPG) aufgerufen werden, diese Daten liefern die Sender im DVB-T-Signal mit. Das EPG liefert die Daten für sieben Tage mit, aus dieser Liste kann zudem direkt eine oder mehrere Sendung(en) zur Aufnahme ausgewählt werden.

EyeTV bringt selbige Funktionen – mit Ausnahme der Funktion das Handy als Fernbedienung zu nutzen und der Schwebe-Fenster-Funktion – mit, allerdings noch etwas mehr und komfortabler als bei Formac. Anders als bei Formac speichert EyeTV das Fernsehsignal kontinuierlich in den Timeshift-Speicher und nicht erst auf Befehl, die Größe des Puffers kann auch hier in den Optionen verändert werden. Bei den Darstellungsoptionen unterscheidet sich EyeTV allerdings deutlich zum Konkurrenten und fällt positiv auf. Beispielsweise mit einer Overscan-Funktion, um die schwarzen Ränder des TV-Signals auszublenden. Außerdem stehen statt nur einer De-Interlace-Variante gleich drei zur Verfügung. Beispielsweise verbessert EyeTV das Bild nur dann, wenn es nötig ist oder in der Progressive Scan Variante wird das Fernsehsignal besonders gut verbessert, dies erfordert jedoch einen schnellen Mac.

Das TV-Fenster bei EyeTV hat keine Symbolleiste für den Senderwechsel oder die Programmierung. Dafür gibt es eine virtuelle Fernbedienung, die man je nach belieben ein- und ausblenden kann. Hierüber kann eine Sendung manuell aufgezeichnet werden, die Lautstärke oder der aktuelle Kanal geändert werden, außerdem besteht die Möglichkeit je nach eingestellter Timeshift-Speichergröße im aktuellen TV-Programm zurückzuspulen. Die EPG-Fernsehzeitung, das Filmarchiv oder die Aufnahmeliste gibt es in einem weiteren Fenster, welches vom Aufbau her etwas an iTunes erinnert, da auch Playlisten möglich sind. Gerade beim EPG hat EyeTV einen Vorteil gegenüber Formac und liefert ein Jahresabo für den TvTv.de-Dienst mit, einem Onlinefernsehmagazin. Somit kann man aus dem Browser heraus zum Beispiel von der Arbeit Sendungen programmieren, die EyeTV stündlich abfragen kann (holt den Mac auf Wunsch auch aus dem Ruhezustand zurück). Vorausgesetzt der Mac ist nicht komplett ausgeschaltet und EyeTV läuft, können so von der Arbeit aus Sendungen in die Aufnahmeliste gepackt werden, wenn man mal Überstunden schieben muss und beispielsweise CSI Miami oder Dr. House nicht verpassen möchte. Ein weiterer Vorteil des TvTv.de-Abos ist es, dass es eine 14-tätige Programmvorschau bietet.

Beide Software-Lösungen zeichnen im MPEG 2 Format auf, dies beansprucht natürlich ordentlich Festplattenspeicher von bis zu mehr als einem GigaByte pro Stunde. Bei EyeTV kommt hinzu, dass EyeTV neben der normalen MPEG 1 Tonspur auch die weiteren Tonspuren aufzeichnet, wenn ein Sender eine Dolby Digital Spur mitsendet wie beispielsweise das ZDF oder der Kultursender Arte im Zweikanalton sendet. Die Formac Software lässt leider kein Empfang einer qualitativ besseren Dolby Digital Spur zu.

Hat man eine Serie oder einen Film bei einem Privatsender aufgezeichnet und ärgert sich über die Werbeblöcke, können diese mithilfe der beiden Programm sekundengenau rausgeschnitten werden. Auch hier ein Punktsieg für EyeTV für die bessere und optimiertere Lösung. EyeTV als auch Formac bieten eine Export-Funktion an, damit Sendungen zum Beispiel auf dem iPod geschaut oder auf DVD gebrannt werden können.

Bild in Bild nennt sich eine schöne Funktion der Formac Software. Mit dieser ist es möglich, im Haupt-TV-Fenster am unteren rechten Rand ein kleines Bild eines weiteren TV-Senders einzublenden. Dies funktioniert aber nur soweit die beiden Sender auf der gleichen Frequenz senden, beispielsweise innerhalb einer Sendergruppe. So lässt sich als Beispiel im großen Bild RTL mit Ton anschauen und im kleineren den Schwestersender VOX ohne Ton. Eine solche Funktion gibt es bei EyeTV nicht. Dafür bietet EyeTV hingegen ein FrontRow ähnliches Menü, welches man bei Gefallen aufrufen kann. Ein Blick in die elektronische Fernsehzeitung ist möglich samt der Möglichkeit Sendungen zu programmieren, aber auch das Blättern im Filmarchiv ist möglich.

Einen Blick in den altgedienten Teletext ist natürlich auch möglich in beiden Software-Lösungen. Darüber hinaus erkennen beide Programme, wenn ein Sender anamorph sendet. Bei der Aufzeichnung von Breitbildfilmen wird die anamorphe Bildaufzeichnung benutzt, um ein breites Bild auf ein schmaleres Format zu komprimieren (verzerren) und zur Vorführung wieder zu dekomprimieren (entzerren). Damit bleiben bei Breitbildfilmen die lästigen schwarzen Streifen am oberen und unteren Bildrand fern. Sender wie ProSieben oder Sat 1 senden aktuell noch nicht anamorph, doch hierfür gibt es in EyeTV die Möglichkeit, die schwarzen Balken je nach Format von 14:9 über 16:9 hin zu Widescreen auszublenden. TV-Sender die aktuell viele Breitbildsendungen anamorph ausstrahlen sind weitestgehend die öffentlich rechtlichen Anstalten und als erster privater Free-TV Sender RTL.

Bei unserem Test fiel zudem die extrem hohe CPU-Leistung mit etwa 80-90% Last von Formac auf, im Vergleich dazu braucht EyeTV bei ähnlichen De-Interlace Einstellungen nur etwa 55-60% Leistung. Als Testrechner diente ein PowerMac G4 Dual mit 867 Mhz, 1792 MB Arbeitsspeicher, einer USB 2 Karte und Mac OS X 10.4.7. Vom Empfang her zeigte sich der TVmini Stick mit der mitgelieferten Antenne deutlich stärker, während bei Formac von gleicher Antennen-Position immer wieder Bildartefakte und Tonaussetzer entstanden, dies liegt aber an der mitgelieferten Antenne. Um solche Störungen zu vermeiden, können Aktiv-Antennen benutz werden.

Fazit

Als Resümee lässt sich ziehen, dass die Miglia TVmini Lösung mit etwa 100 Euro zwar teurer ist als die Formac watchandgo (50-60 Euro) Variante, dafür bekommt man aber die eindeutig ausgereiftere Software. EyeTV 2 überzeugt vor allem durch Features wie dem FrontRow ähnlichen Menü, der Einfachheit und Übersichtlichkeit und das damit verbundene gute Interface, gerade im Interface-Bereich hinkt Formac weit hinterher. Auch in Punkto Empfang kann der TVmini mehr überzeugen.


Weitere Informationen

Miglia TVMini
Formac watchandgo
DVB-T Homepage