IM FOKUS






FORUM AKTUELL
» weitere aktuelle Themen
Werbung

MacBook - Spiele(un-)tauglich?

Autor: Alessandro

Das MacBook. Im Mai 2006 in der ersten Revision veröffentlicht stellt es für Apple einen Goldesel und neben dem großen Bruder MacBook Pro den Hauptumsatzträger der gesamten Mac-Sparte dar. Hier stellt sich die Frage was das MacBook so erfolgreich gemacht hat? Das Design, die Verarbeitung, die Technik oder die Multimediatauglichkeit? Diese Frage sowie den Nutzen für den Mac-User mit Affinität zum Spielen möchte ich in diesem Artikel klären.

Fakten, Fakten, Fakten

Als Nachfolger der enorm erfolgreichen iBook-Serie veröffentlichte Apple im Mai 2006 den erstmals auf der Intel-Plattform basierenden Nachfolger und nutzte diesen Umschwung gleich für einen Namenswechsel: das MacBook war geboren.
In der ersten Generation mit Intel Core Duo-Prozessor und in zwei Farben erhältlich (schwarz und weiß) konnte es bereits durch superbes, kompaktes Design, gute Verarbeitung und hohe Arbeitsgeschwindigkeit überzeugen.
Jedoch waren die Early Adopters wieder einmal die Gepeinigten, denn viele MacBooks der ersten Stunde waren von knarzenden Gehäusen, pfeifenden Laufgeräuschen und kochend heißen Gehäusen geplagt. Im November 2006 folgte dann das Update des MacBooks, welches im wesentlichen den neuen Intel Core 2 Duo mit sich brachte, ansonsten aber hauptsächlich u.a. um oben genannte Fehler bereinigt wurde.

Out-of-the-box bekommt ihr zum Preis von 1.319 Euro folgende Ausstattung:
  • 13,3" Hochglanz-TFT
  • 1,83 GHz oder 2,0 GHz Intel Core 2 Duo
  • 1 GB Arbeitsspeicher (erweiterbar auf bis zu 2 GB)
  • 80 GB Festplatte (erweiterbar auf 200 GB)
  • Apple Remote Fernbedienung mit Front Row
  • Integrierte iSight Kamera
  • Intel GMA 950 mit 64 MB Shared Memory
  • Combo oder SuperDrive-Laufwerk
  • AirPort Extreme integriert (802.11n-fähig)
  • 1 x FireWire 400 / 2 x USB 2.0
  • Gigabit-Ethernet
  • Bluetooth 2.0+EDR
Es gibt noch ein stark abgespecktes Modell für 1.119€ sowie ein in schwarz gehaltenes Modell mit 120 GB für 1.519€, welches sonst aber keine weiteren Unterschiede zur oben aufgeführten Standardvariante bietet.

Darf ich mal anfassen?

Wie Eingangs erwähnt, gab es vor allem mit den ersten Modellen so einige Wehwechen bezüglich der Verarbeitung. Lorbeeren hat sich Apple mit diesem Fauxpás sicher nicht verdient, für diesen Artikel möchte ich mich jedoch dem aktuell erhältlichen Modell, welches weiter oben detailliert aufgeführt ist, widmen.

In der flachen, kompakten und Apple-typisch stylishen Verpackung findet ihr nebem den MacBook Installations-DVDs die Dokumentation, das Netzkabel und den MagSafe Power Adapter (Netzteil) sowie die Apple Remote Fernbedienung. Alle Komponenten sowie letztendlich das MacBook selbst wirken, wie bei Apple üblich, sehr hochwertig verarbeitet und hinterlassen einen robusten, stabilen Eindruck.

Das Gehäuse wirkt allgemein sehr robust und sieht mit seiner polierten Klavierlackoptik einfach nur stylish und elegant aus. Es ist zudem mit nur 2,75 cm extrem flach. Die Oberfläche rund um die Tastatur wirkt sehr griffig und qualitativ hochwertig. Auch das bei aufgeklapptem MacBook leuchtende Apple-Logo sorgt, vor allem in dunklerer  Umgebung, für neidische Blicke. Alle Anschlüsse sind auf der linken Seite sinnvoll und gut erreichbar platziert, das Slot-in Laufwerk befindet sich auf der rechten Seite und verrichtet brav seinen Dienst. In der Oberkante befinden sich zudem zwei blechern klingende, für Notebookverhältnisse jedoch extrem gut klingende Lautsprecher.
In der Unterkante ist ein Infrarot-Empfänger für die Apple Remote integriert worden. Neben der iSight hat Apple außerdem ein Mikro eingebaut, wodurch ihr Audio- und Videochats führen könnt.

Einziger Wermutstropfen: die aus Polycarbonat bestehende Ummantelung des MacBooks ist extrem kratzempfindlich und weißt schon nach dem Auspacken erste kleinere Kratzer auf. Diese sieht man hauptsächlich erst auf den zweiten Blick bzw. gegen das Licht, Ästheten können sich jedoch schnell daran stören. Nach einer Weile lernt man aber auch damit umzugehen.

Das Trackpad (oder auch Touchpad) ist größer als bei herkömmlichen Notebooks und erleichtert so die Navigation. Zusätzlich bietet es über Mac OS X die Möglichkeit, beispielsweise mit zwei Fingern einen Rechtsklick auszuführen oder vertikal und horizontal zu scrollen

Besonders erwähnenswert ist die Tastatur: diese bietet einen griffigen, guten Druckpunkt und die Tasten sind hier ganz Notebook-untypisch mit kleinem Abstand voneinander getrennt und nicht fortlaufend an einem Stück angeordnet. Das sieht zum einen schick aus und erleichtert zum anderen das Tippen enorm, da man so nicht so leicht versehentlich zwei Tasten auf einmal drücken kann.

Als nächstes verdient das 13,3" Hochglanz Widescreen-TFT besonderes Augenmerk: Das Bild wirkt auf diesem gestochen scharf, kontrastreich und farbenfroh. Im Vergleich zu herkömmlichen, matten Notebook-Displays ein klarer Vorteil. Unter freiem Himmel, womöglich noch bei Sonnenschein, habt ihr allerdings schlechte Karten. In diesem Fall eignet sich das Hochglanz-TFT höchstens als übergroßer Schminkspiegel für eure Freundin.

Nach einer Ladezeit von rund drei bis vier Stunden ist der Akku des MacBooks voll aufgeladen und bietet, je nach Anwendungsgebiet, eine Akkulaufzeit von vier bis sechs Stunden (!). Zudem bietet der Akku fünf LEDs nebst einem Knopf auf seiner Unterseite mithilfe dessen man überprüfen kann wie viel Kapazität noch zur Verfügung steht.

Jetzt mit Gimmick(s)!

Mithilfe der Apple Remote Fernbedienung lässt sich Front Row beispielsweise im Hotelzimmer oder bei einer Präsentation, aber auch einfach im Wohnzimmer problemlos bedienen. Eine integrierte iSight nebst Mikrofon sorgt für den nötigen Durchblick und Gehör bei Videokonferenzen und lässt bei Verwendung von Photo Booth sicherlich kein Auge trocken.

Spielwiese

Zuletzt möchte ich mich dem für die Games4Mac-Leser sicherlich interessantesten Part widmen: den Spielen. Gleich vorweg, durch den seitens Apple eingesetzten Grafikchip Intel GMA 950 ist das MacBook trotz des leistungsfähigen Intel Core 2 Duo und 1 GB RAM leider absolut untauglich für das Groß der aktuellen Spiele.

Die Daten des Chips lesen sich auf dem Papier prinzipiell brauchbar, allerdings stellen der mit dem Hauptspeicher geteilte Videospeicher von gerade einmal 64 MB sowie die fehlende Hardware T&L-Einheit (war bereits in der GeForce 1 integriert!) einen unüberwindbaren Flaschenhals dar. Das liest sich nun zunächst absolut unbrauchbar für die Zocker unter euch, wer allerdings seine Ansprüche ein wenig nach unten schraubt, kann sich so mobil einige Softwareperlen gönnen, ohne gleich Unsummen für das MacBook Pro hinlegen zu müssen.

Das Groß der Freeware/Shareware sowie 2D-Games sind generell sehr gut spielbar, so beispielsweise Sims, Age of Mythology oder die Games4Mac-"Spiele der Woche". 3D-Games sind prinzipiell bis zur Ära der Quake 3-Engine gut spielbar, zum Beispiel Alice. Auch aktuelle Spiele laufen mittel bis gut, je nach Anforderungen. Alles, was in irgendeiner Art Pixel- und/oder Vertex Shader sowie komplexe Licht- und Schattenberechnungen enthält, kann getrost im Regal stehen gelassen werden (z.B. Doom 3 oder Quake IV).

Zur leichteren Orientierung, was gut spielbar ist und was nicht, habe ich euch eine kleine Übersicht an gängigen Mac-Spielen aufgestellt sowie einen Performanceindikator zur Lauffähigkeit auf dem MacBook.

Alice: sehr gut
Ankh: gut
Armado: schlecht
Chicago 1930: sehr gut
Civilization 3: gut
Halo: mittel
Kult: sehr gut
Railroad Tycoon 3: gut
Redline: sehr gut
UT2004: schlecht
World of Warcraft: mittel
X-Plane: gut

Weitere Titel und Informationen findet ihr auf Apples Gamers on the Go Page.

Fazit

Machen wir uns nichts vor: für aktuelle Spiele ist das MacBook hauptsächlich wegen des Intel GMA 950 nicht geeignet. Freunde von Spielen für Zwischendurch, welche keine zu hohen Ansprüchen stellen, sei das MacBook jedoch wärmstens ans Herz gelegt. Es bietet ausreichend Leistung für einige Spieleperlen der letzten Jahre und teils auch von heute und sollte somit Nostalgikern und Casual Gamern einige spaßige Stunden daheim und unterwegs bescheren.


Weitere Informationen

Apple: MacBook