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iMac Aluminium: Radeon HD Grafikkarte

Autor: Matti

Als Apple die neuen iMacs vorstellte, war bei Games4Mac im Forum nur eine Frage von großer Bedeutung: „Wie gut ist die Grafikkarte?“. In den neuen iMacs steckt die Radeon HD der Firma AMD/ATI. In dem kleinsten iMac ist diese Karte in der 2400-Ausführung verbaut und in den größeren iMacs in der 2600-Variante.

Gehen wir zuerst mal auf die technischen Daten ein. Die Radeon HD gehört zu den so genannten DirectX 10 Grafikkarten. Da einem in Mac OS X die DirectX-Bezeichnungen nichts bringen, sage ich auch gerne OpenGL 3.0-Grafikkarte. OpenGL 3.0 ist zwar noch in Entwicklung, aber es wird ungefähr DirectX 10 entsprechen. Die technischen Daten der beiden Karten in Kurzfassung:

Mobility Radeon HD 2400 XT:
40 Shader-Einheiten, 4 TMUs, 64bit Speicherinterface

Mobility Radeon HD 2600 Pro:
120 Shader-Einheiten, 8 TMUs, 128bit Speicherinterface
(Gibt es offiziell nicht, hier hat Apple wahrscheinlich eine Radeon HD 2600 XT genommen und diese herunter getaktet.)

Was auffällt ist der enorme Unterschied in den Shader-Einheiten. Diese sind in dieser Generation auch komplett anders aufgebaut, als in der Generation davor. Während alte Karten wie die Radeon X1600 und GeForce 7600 GT eine feste Anzahl an Vertex Shadern und Pixel Shadern haben, haben Karten in dieser Generation so genannte Unified Shader. Das bedeutet, dass jeder Shader in der Hardware alles kann, egal ob Pixel- oder Vertex Shader.

Stehen beispielsweise in einer Spielszene vermehrt Pixel Shader-Operationen an, dann kann der Treiber entscheiden, einen Großteil (oder auch alle) der Shader-Einheiten dafür zu benutzen. Bei der alten Generation wäre dies nicht möglich, die Vertex Shader würden schlicht nichts weiter tun und brach liegen. Die reine Anzahl der Unified Shader-Einheiten macht somit einen Chip schneller, oder langsamer, unabhängig vom Takt.

Weiterhin kam auch ein neuer Shader hinzu. Der so genannte Geometry Shader. Dieser ist eine Erweiterung des Vertex Shaders und kann im Grafikchip Objektdaten erzeugen, bzw. entfernen, ohne damit die CPU zu belasten. Nehmen wir als Beispiel mal ein Glas, welches auf den Boden fällt. Zerbricht das Glas, kann der Geometry Shader die Objektdaten nehmen und sie einfach auseinanderbrechen, bzw. extra Splitter erzeugen usw. Bei der alten Generation müsste so etwas die CPU übernehmen, was entsprechend langsam wäre.

Diese ganzen Sachen machen aber auch einiges komplexer, nämlich die Treiber-Entwicklung. Und hier scheint es unter Mac OS X noch herbe Probleme zu geben. Guckt man sich die Werte auf Barefeats an, so liegt die Mobility Radeon HD 2600 Pro im schlimmsten Fall unter GeForce 7300 Niveau, im besten Fall gerade mal auf Niveau einer GeForce 7600 GT. Die 2400 XT dürfte noch deutlich unter der 2600 Pro liegen. In Quake 4 sind die Unterschiede deutlich. Während der neue iMac auf 29 fps kommt, erreicht der alte iMac mit GeForce 7600 GT ganze 71fps. In dem eigentlich anspruchsvollerem Prey, ist der Unterschied weniger deutlich. Der neue iMac kommt auf 56 fps, während der alte iMac auf 61 fps.

Dies spricht deutlich für starke Treiberprobleme. Denn in der Theorie kann der Chip deutlich mehr. Der Treiber scheint in der Benutzung der Shader-Einheiten kein gutes Händchen zu haben, was sich in der Performance niederschlägt. Das der Chip mehr kann, zeigen auch die Windows-Benchmarks, wobei ATI auch hier Probleme hat. Hier bleibt zu hoffen, das es bessere Treiber geben wird. Ob diese noch für Mac OS X 10.4.x erscheinen ist fraglich. Wahrscheinlicher sind neue Treiber in Mac OS X 10.5.

Ändert sich an den Treibern nichts, dann kann man kommende Spiele wie Gears of War oder Unreal Tournament 3 auf dem iMac gleich ganz vergessen. Sollten sich die Treiber bessern, dann schätze ich, dass die Spiele auf niedrigen bis mittleren Details laufen sollten. Für volle Details wird es aber voraussichtlich auch mit perfekten Treibern nicht reichen. Hierzu fehlt es an der Rohleistung, bezogen auf Speicherbandbreite und Shader-Leistung. Diese Werte gelten natürlich für die Mobility Radeon HD 2600 Pro. Die 2400 XT ist so stark beschnitten (64bit Speicherinterface, 40 Shader-Einheiten), so das es wohl gerade mal für aktuelle Spiele halbwegs reichen sollte, wenn überhaupt. Abseits von Spielen stellt auch die Frage, ob die Treiber auch die H.264 Beschleunigung unterstützen. Denn Karten dieser Generation sind in der Lage diesen Videocodec selbst zu decodieren, was die CPU deutlich entlastet.

Wer also mit dem iMac auch Games spielen möchte, sollte vielleicht noch bis auf den Release von Mac OS X 10.5 Leopard warten und dann noch mal die Benchmarks vergleichen. Da es nicht mehr lange dauert, ist es möglich das für Mac OS X 10.4 nur „Übergangstreiber“ geschrieben wurden. Natürlich ist das nur Spekulation, aber möglich ist es. Wer nicht vor hat mit dem iMac zu spielen, dem dürfte selbst die Leistung der Radeon HD 2400 XT völlig reichen.


Weitere Informationen

Barefeats: iMac Benchmark